Rezensionen

NEU "just like mine" (Andi/ elektrauma.de)

Die Wiener Synthiepopband dAVOS veröffentlicht nun endlich das langerwartete Debutalbum „Just Like Mine“! Die Band wurde 2004 gegründet, durch die Gründungsmitglieder von Sharon Next - Gerd Hall und Michael Ruin - und dem Solokünstler Eric Nelson als Frontmann. Seit dem gemeinsamen Ziel zusammen Musik zu machen ist viel passiert. 3 Eps, eine Reihe an Samplerbeiträgen, Zusammenarbeiten mit And One, L'Ame Immortelle und Psyche, sowie einige sehr grandiose, erfolgreiche Liveauftritte, sprechen für sich. dAVOS sind ab dem 14.12. nun endlich mit ihrem ersten Fulltimealbum am Start und man kann ganz sicher sagen, das Warten hat sich mehr als gelohnt! Die Wiener präsentieren hier abwechslungsreichen Synthiepop auf höchstem Niveau! Abseits von jeglichen Klischees wird auf „Just Like Mine“ mit Ecken und Kanten gearbeitet. Das Album ist nicht überproduziert oder zu glatt, wie so manch andere Releases in der Branche, sondern lässt bewusst einen echten Charakter entstehen. Dieser Retro-Touch steht der Band ausgezeichnet und bringt noch dazu einen hohen Wiedererkennungswert mit sich! dAVOS lässt innerhalb der Songs Spielereien und gekonnt platzierte Einsätze von dezenten Gitarren zu. Man verleiht den Tracks immer einen wohligen, organischen Grundtenor und brilliert mit tollen Kompositionen. Mit „I Start Mourning“ beginnt die Reise. Ein langsamer Basslauf, schöne Flächensounds und erhabener Refrain betören der Hörer von der ersten Sekunde an. „My New Pearl“ ist einer der Überflieger auf „Just Like Mine“. Dieser Track besitzt Hitpotential und überzeugt auf jeder Ebene. Extrem cooler Gesang, ein Wahnsinnsrefrain mit Ohrwurmcharakter und wavigem Flair machen diesen Song aus! Mit dem wunderbaren „Fruit Of Joy“ geht es verträumt-melancholisch weiter. Die triste Stimmung wird im folgenden Song, „Decline“, fortgesetzt und bekommt die volle Entfaltung durch den verzweifelten und zerbrechlichen Gesang in den Strophen. Im Refrain erhebt sich die Stimme und Eric singt gegen einen Abschied an. Mit „For Heaven’s Sake“ wird das Tempo angehoben. Der groovige und eingängige Song bietet im Refrain eine grandiose Gesangsleistung. Man hört, dass in dem Song persönliche Themen verarbeitet werden, förmlich raus. Das Finale ist sehr intensiv und verursacht Gänsehaut. „Start Again“ schafft es durch Gesang und Musik eine gewisse Leichtigkeit und Hoffnung zu versprühen. dAVOS beherrschen ihr Handwerk, was der perfekte Uptempo-Ohrwurm „Richie“ und das wavige „Brian“, bei dem auch eine echte Bassgitarre zu hören ist, beweisen. Hier hört man das Herzblut der Musiker raus. „I See Clear“ bietet ein wunderbares Wechselspiel bezüglich der Stimme. Dominieren die Strophen durch eine Art Stakkatogesang, welcher relativ tief gehalten wird, geht im Refrain gesanglich förmlich die Sonne auf, was auch musikalisch perfekt untermalt wird. Das Ende des genialen Debutalbums „Just Like Mine“ bildet die ergreifende Ballade „Of Someone Who Passed Away“. Klavier, Streicher und eine sensationelle dramatische stimmliche Leistung, wow! dAVOS - Synthiepop mit dem gewissen Etwas! Ein grandioses Debutalbum und absoluter Kauftipp!
"CD des Monats" Dezember 2007

Wertung: 6 von 6 Punkten


"cindy ep" (nuuc/ elektrauma.de)

Leider sehen wir es oft genug in den Nachrichten: Kinder sind immer noch Opfer von Vergewaltigungen und Missbräuchen. Die Schwächsten der Gesellschaft können sehr schnell für die kranken Phantasien und üblen Gedanken einiger weniger zum Spielball werden. Man darf eigentlich nicht die Augen verschließen und man müsste öfters was tun. Davos und Jan W. tun jetzt etwas. Mit ihrem Song „Cindy“ haben sie sich dem Thema angenommen und die Geschichte eines Mädchens geschaffen, das schon im Kindesalter vom Vater sexuell missbraucht wurde und mit zwölf Jahren ihren einzigen Ausweg im Selbstmord sah. Der Song wird auf dieser EP in mehreren Versionen dargeboten, die mal elektronisch, mal aber auch akustisch daherkommt (Säsh & Magan Rock Edit) und in der Version von Per Anders Kurenbach (Psyche) eine richtig schöne Pianoballade mit einem bitteren Text. Ansonsten haben in dieser Zusammenarbeit auch die beiden Bands ihre Songs draufgepackt. Davos überrascht dabei mit einem deutschen Song, „Zweites Land“, Jan W. ist mit Stücken wie „Gift“ und „Vermisst Du Mich?“ vertreten. „Cindy“ ist als E.P. ein Aufstehen und sich wehren gegen die bestehenden Verhältnisse. Damit man aber auch wirklich etwas dagegen tun kann, spenden die beiden Bands pro verkaufte CD 1 € an eine Organisation, die sich um Missbrauchskinder kümmert. Das ist wahres Engagement!

Wertung: 5,5 von 6 Punkten


"fruit of joy" (Gallo/ medienkonverter.de)

Davos haben eine kleine aber feine neue Nummer veröffentlicht. Zusammen mit einem Remix von 'Within Control' kommt der brandneue Knaller 'Fruit Of Joy' auf einer sehr ansprechenden 7" daher. 'Fruit Of Joy' fällt abermals in die Sparte 'klassischer Synthie Pop', sehr melodisch, sehr dark. Diese bis dato unveröffentlichte Nummer sticht aber doch ein wenig aus den mir bekannten Davos Nummern heraus, da sie wirklich gut mitreisst und im Ohr hängenbleibt. Die Vocals steigern sich kontinuierlich und passen gut zu den Sounds, die ihren 80er Ursprung nicht leugnen können. 'Within Control' ist schon bekannt und kriegt hier eine kleine Aufpolierung die gegen Ende des Songs in feinen Soundspielereien und verzerrter Stimme gipfeln.

Auf der Rückseite finden sich zwei Nummern der Wiener Formation 'Heirstyle' rund um die FM4 Haudegen Haipl und Pfister. Auch einen Reinhörer wert, machen die beiden zwar recht frische Sounds, doch irgendwie scheinen die Lyrics zu sehr aufgesetzt. Das Artwork der Single wirkt ebenso sehr klassisch, passend zu Musik aus Wien ;-)

Bewertung: 5 von 6 Punkten


"fruit of joy" (Nuuc/ elektrauma.de)

Die österreichische Formation dAVOS hat zusammen mit einem anderen Projekt gleicher Heimat, namentlich Heirstyle, eine Doppel A-Side Scheibe herausgebracht. Das allein ist ja schon ganz nett, aber das diese ganze Sache auch und nur ausschließlich auf Vinyl zu erhalten ist, zeigt eine gewisse Ideologie, die dAVOS seit Anbeginn ihrer Laufbahn beibehalten: Sie wollen um keinen Preis sich unter Druck setzen lassen und haben durch das Label Hungry Moon eine sehr gute Basis gefunden, um sich weiterhin musikalisch entfalten zu können, wie es ihnen beliebt. Auf dieser Platte finden sich auf der einen Seite von dAVOS die Stücke „Fruit Of Joy“ und eine Version des mittlerweile nicht mehr unbekannten Clubtracks „Within Control“. Wie gewohnt setzen die drei Jungs die Strukturen des alten New Waves mit vielen modernen Elementen zusammen. Interessant auch die Zusammenarbeit mit Heirstyle, die ihre Musik wesentlich anarchischer und etwas rauer anlegen. Ihre beiden Songs „Hölle“ und „God“ haben durchaus Suchtpotenzial, allen voran „Hölle“, der mit dem mehr oder weniger hingerotzten Text so etwas wie Punk besitzt. Und letzten Endes macht auch die Aufmachung und das Medium an sich, die gute alte Platte, viel her. Nicht nur optisch, sondern auch klanglich, weil die Stücke einen wesentlich volleren Klang erhalten und natürlich das Nostalgische in einem aufleben lässt (es sei denn, man hat auch wirklich einen Bezug zur Schallplatte). Wertung: 5 von 6



"i start mourning" (uselinks.de)

Manchmal ist Neugierde ganz praktisch - wie in diesem Fall, denn durch eben diese Neugierde hat "I Start Mourning" den Weg in meinen Player gefunden und mich überrascht, und zwar positiv. Die drei Österreicher verwöhnen die Ohren eine knappe Dreiviertelstunde lang mit harmonischem Synthpop und Melodien, die schnell hängenbleiben und in denen auch ein wenig Melancholie mitschwingt. Gleich die ersten zwei Stücke besitzen echtes Ohrwurmpotenzial. Dazu eine angenehme Stimme, was man ja auch nicht überall findet und auf die Texte darf man durchaus achten. Wie schon die erste Scheibe ("What I prefer" - VÖ 2004) besteht auch diese nicht nur aus neuen Stücken, sondern ist mit Remixen garniert. Die persönliche Note, die Per-Anders Kurenbach oder Thomas Rainer den Songs geben, lassen diese in einem z.T. flotteren, fröhlicheren Licht erscheinen, während Torben Wendt "What I Prefer" einen sehr gefühlvollen Anstrich mit Ecken und Kanten verpaßt und ihm nicht zuletzt durch seine Stimme zusätzliche Würze verleiht. Die Vielseitigkeit der Remixe zeigt eindrucksvoll, wie wandelbar die Stücke sind, was sich einem noch nicht unbedingt sofort beim ersten Hören erschließt. Es lohnt sich sich wirklich, die Platte mehrmals zu hören! Mit "Schein Bar" ist auch das erste Mal ein Stück in deutscher Sprache vertreten. Alles in allem ist "I Start Mourning" ein schönes, gelungenes Werk, auch wenn keine wirklichen "Kracher" drauf sind - es ist zwar ruhig, aber keineswegs langweilig. Als nächstes würde ich mir aber gern mal ein "richtiges" Album anhören .... ;-) (Bewertung: 3,75 von 5 Punkten)


"i start mourning" (re-flexion.de)

Im Januar 2004 führten die verzweigten Wege des Schicksals die Pfade von Michael Ruin (Music), Gerd Hall (Music) und Eric Nelson (Vocals) zusammen und dAVOS war geboren. Im November 2004 erschien die erste EP-Veröffentlichung „What I Prefer“, die viele positive Resonanzen hervorrief. Das sympathische Trio stammt nicht aus der hochgelegenen Ferien- und Kongressstadt Davos in den Schweizer Bergen, sondern aus der österreichischen Hauptstadt Wien. Bekannte österreichische Vertreter dieser mystischen Szene sind unter anderem L’Âme Immortelle und Mind.In.A.Box. dAVOS besitzt das Potential in dieselben Fussstapfen zu treten und international bekannt zu werden. Die neue EP „I Start Mourning“ umfasst insgesamt neun Songs, davon fünf Titel als Remixes verschiedenster Künstler. dAVOS bietet elektronische Popmusik, die begeistert. Die Stärken von dAVOS sind das Komponieren von harmonischen Klangverbindungen, die sich in wunderschönen Melodiebögen widerspiegeln, und die Gemüter der Zuhörerinnen und Zuhörer höher schlagen lassen. Innovation und Experimentierfreude findet man auf „I Start Mourning“ selten, doch das muss auch nicht sein, wenn die Musik sonst überzeugen kann. Die Musik zeigt einen deutlichen Hang zu den 80er-Jahren, in die Blütezeit dutzender genialer Synthie-Bands. dAVOS lässt Nostalgie aufblühen und mich an die unbekümmerte Jugendzeit erinnern, in der die Welt noch in Ordnung war.
Der erste Song „What I Prefer“ ist ein hammerharter Elektro-Ohrwurm mit viel Gefühl, der sich sofort in die Gehörgänge einnistet, sich dort wohl fühlt und nicht mehr weg will. „Illuminate“ ist ebenfalls gut, doch kommt mir die Melodie während den Strophen teilweise bekannt vor. Die Stimme von Eric und die Melodien tragen auch die beiden nächsten Songs „Within Control“ und „Stakkato Frames“ deutlich über den Durchschnitt. Die fünf Remixe runden die EP passend ab; darunter befindet sich L’Âme Immortelle’ Leitfigur Thomas Rainer, Hannes Medwenitsch von Nature Destroyed und Torben Wendt von Diorama, mit einer sehr gefühlvollen Version vom Track „What I Prefer“. Selbst Per Anders Kurenbach (Exmitglied von Psyche) konnte es sich nicht nehmen lassen, den Titel „Stakkato Frames“ in seinem ganz persönlichen Stil entsprechend zu remixen. Für die Zukunft wünsche ich dAVOS eine Prise mehr Mut für innovativ Neues, denn das könnte, die bisher gute Musik nur noch bereichern und verfeinern. Alle Fans von De/Vision, Mesh, Ultravox und New Order sollten unbedingt in „I Start Mourning“ hineinhören und werden ein Nostalgie-Wunder erleben. Schade, dass auf „I Start Mourning“ nur vier unterschiedliche Songs zu hören sind. Bringt uns bitte bald das erste Album!


"i start mourning" (Gallo/ medienkonverter.de)

Das Wiener Trio dAVOS meldet sich nach dem Erstlingswerk 'What I Prefer' vor ca. einem Jahr mit ihrer neuen EP mit dem Titel 'I Start Mourning'zurueck. Nach anfaenglichen Vertriebsproblemen ist die EP, die auf Per Anders Kurenbach's Label 'Hungry Moon Records' erschienen ist, nun ueberall erhaeltlich. Und genau dieser Herr Kurenbach, seinerzeit Mitglied von Psyche, hat sich zu den drei Jungs ins Studio gesellt und fleissig an den Reglern mitgemischt. Dabei rausgekommen ist ein wuerdiger Nachfolger des Debut-Releases, der auch verwirrenderweise mit dem gleichnamigen Track der Vorgaenger-EP beginnt, wobei dieser auf der letzten EP nicht enthalten war. 'What I Prefer' ist eine ausgeglichene Synthpop-Nummer mit rundem Refrain und angenehmen Vocals von Saenger Eric Nelson. Der zweite Titel 'Illuminate' gibt gleich ein bisserl mehr Gas, ohne aber vom leicht Tristen und Tragischen abzuweichen. Mit 'Within Control' und 'Stakkato Frames' folgen zwei deutlich langsamere Tracks, die dann von fuenf Remixes abgeloest werden. Zwei Remixes von 'What I Prefer' sind darunter, Diorama und L'ame Immortelle zeigen sich hierfuer verantwortlich, wobei Thomas Rainer von LAI den Mix etwas basis-orientiert angesetzt hat, was der Nummer aber gut steht. Torben Wendt von Diorama und sein Remix sind etwas ausfuehrlicher geraten, leicht experimentelle sphaerische Sounds erfreuen und fuehren leicht weg vom doch typischen Synthpop/Futurepop-Sound, Diorama eben - sehr gelungene Version! Ex L'ame Immortelle Mitglied Hannes Medwenitsch aka Nature Destroyed hat sich um 'Illuminate' gekuemmert, mit etwas mehr Beat und treibenderen Sounds. PA Kurenbach hat sich der anderen beiden Mixes angenommen und schlaegt vor allem mit 'Stakkato Frames' ziemlich ein, starke Produktion, der andere Track 'Schein Bar' - die erste deutschsprachige Nummer von dAVOS - sollte aber auch nicht vernachlaessigt werden! Aber am besten, Ihr bildet Euch eine eigene Meinung und hoert in die Nummern auf der offiziellen dAVOS Homepage rein. Ich bin abermals sehr begeistert von dAVOS, meine Anspieltips sind 'What I Prefer', 'Illuminate' und die beiden oben loeblich erwaehnten Remixes von Diorama und PA Kurenbach. Ich bin schon gespannt, wann sich ein ganzer Longplayer von den drei Herren aus Wien blicken laesst! Und da wird dann vielleicht die Nummer 'I Start Mourning' als Intro gruessen?! ;-) (Bewertung: 5 von 6 Punkten)


"i start mourning" (Nuuc/ elektrauma.de)

Was mit "What I Prefer" so glanzvoll begonnen hatte, endete zunächst erst mal abrupt. Das österreichische Trio musste sein Plattenlabel wechseln. Von Modern Entertainment ging es zum neuen Label Hungry Moon, das von Per Anders Kurenbach (Psyche) ins Leben gerufen wurde. Daher ist die zweite EP "I Start Mourning" mit Verspätung erschienen. Aber schlussendlich ist sie nun auf dem Markt. Und was sich bei der ersten EP angedeutet hat, entfaltet sich nun noch mehr. Die Melodien sind richtig catchy geworden, noch einprägsamer als bei der Vorgänger EP. "Illuminate" und "Stakkato Frames" sind die herausragenden Songs, da sie durch ein grandioses Arrangement unweigerlich im Kopf des Hörers hängen bleiben. Was Davos auch so einzigartig macht: Sie praktizieren einen bombastischen Wave, wie man es nur von The Eternal Afflict her kennt, ohne diese aber zu kopieren. Lediglich die Stimmung, die diese Stücke erzeugen, ist identisch mit der Kultformation der 90er. Neben den fünf neuen Stücken gibt es auch wieder einige Remixe (unter anderem ist auch wieder oben genannter Per Anders Kurenbach mit von der Partie), die sich hören lassen können. Besonders Torben Wendt von Diorama hat eine geniale Version von "What I Prefer" abgeliefert. Torben selbst sang den Text neu ein und damit nicht nur einen Remix, sondern gleich eine ganze Coverversion gemacht, die wahrlich unter die Haut geht und das Stück noch mal in einem anderen Licht zeigt. Wie die erste EP, so hat mich auch die zweite EP überzeugt. Jetzt muss es aber doch endlich geschehen, dass wir eine ganze CD zu hören bekommen. Je eher, desto besser. (Bewertung: 5,5 von 6 Punkten)


"What If Prefer" (Gregor Plum/ Sonic Seducer 05/05)

dAvos ist der Name eines neuen Sterns, der in diesem Jahr erstmals am Eletro Pop Himmel auftaucht. "What I Prefer" heisst die Debüt-EP der aus Wien stammenden Formation, die mit drei Songs und vier Remixen aufwartet. Wie bei Synthie-Pop Bands Usus, liegen die Stärken von dAVOS weniger in Innovation und Experimentierfreude, als vielmehr im exzellenten Songwriting. Obwohl dAVOS laut eigener Aussage (siehe Story) von nichts und niemandem beeinflusst wurden, charakterisieren New Wave- und melancholische Synth-Pop-Sounds der 80er die Originalversionen der Songs "These Days", "Collite" und "Private". Eher selten dagegen ist die Tatsache, dass die Fremdremixe der Songs "Collite" und von Psyche-Keyboarder Per Anders Kurenbach bzw den Dynamic Masters und "These Days", neu abgemischt von Equatronic, echte Alternativen zum Original darstellen. Der Grund dafür ist sicher, dass die Remixer darauf verzichtet haben, die Songs, wie in letzter Zeit üblich - kaputt zu mixen. Dennoch ist es ihnen gelungen, eine eigene Note, Abwechslung und Ideenreichtum einzubringen. Fazit: Den Synth- und Future-Pop Hassern liefern dAVOS keine Argumente, ihre Meinung zu ändern. Insbesondere Freunde der pop- und wavelastigeren Klänge sind mit "What I Prefer" aber bestens bedient und sollen darüber hinaus den noch jungen Stern im Auge behalten.


"What If Prefer" (Klee/ Zillo Ausgabe 2005/04)

Jede Bewegung motiviert ihren Gegenstrom. Und sei er noch so antiquiert. Während also die Elektronik immer härter und rauer zu werden scheint, besinnen sich einige Bands auf den Spirit von einst zurück. So auch das österreichische Trio dAVOS. Auf ihrer Vorab-EP "What I Prefer" stehen Harmonien und Songwriting ganz vorn. Die drei Stücke "These Days", "Collite" und "Private" klingen tatsächlich so, als seien sie in den frühen Neunzigerjahren entstanden. Spartanische Analogsounds und simple Melodien hauchen jenem Stil wieder synthetisches Leben ein, der zurzeit vielerorts an seiner eigenen Vielfalt zu Grunde zu gehen scheint. Die Assoziation früher De/Vesion Demos liegt daher nicht allzu fern. Zumal hier auch bei den reichhaltigen Remixen Wert auf Ursprünglichkeit gelegt wurde. Dass, Psyche Per Anders Kurenbach den richtigen Dreh gefunden hat, wird niemanden verwundern. Doch auch die drei alternativen Versionen erzählen von einer Zeit, als Maxis ihren Namen noch verdient haben. Einige altgediente Plattensammler sollten auf Anhieb verstehen, wovon ich hier rede – und dAVOS sehr gut im Auge behalten!


What If Prefer" (Orkus Ausgabe 2005/04)

Österreich hat schon einige interessante Bands hervorgebracht. Man denke nur an die sehr erfolgreichen Lame Immortelle oder die senkrechtstarter mind.in.a.box. Nun gibt es mit dAVOS wieder eine Formation, die sich wahrlich nicht zu verstecken braucht. Ihr Sound erinnert an New Order, die Gesangtechnik lässt vergleiche mit the Eternal Afflict zu. Gerd Hall, Michael Ruin und Eric Nelson sind die kreativen Köpfe hinter dAVOS und verstehen sich gut auf eingängige und tanzbare Musik. Die auf dieser CD pränsentierten stücke “These Days“, “Collite“ und “Private“ haben allesamt einen hohen Wiedererkennungswert. Vor allem erstgenannter Track entwickelt im Refrain eine unglaubliche Kraft und zieht den Hörer unweigerlich in den Bann. Als Nachschlag gibt es noch Remixe von “These Days“ und “Collite“ und neben den wenig bekannten Dynamic Masters oder Equatronic hat sich kein geringerer als Per-Anders Kurenbach, quasi Wieder-Mitglied bei Psyche, gleich zu zwei interessanten Versionen bereit erklärt. Ein gelungener Einstand, mehr ist dazu nicht zu sagen.


"What If Prefer" (Marco Meier/ www.re-flexion.de)

Die drei sympathischen Jungs aus Wien, deren Konzerte seit Jahren in der dortigen Szene ein Geheimtipp sind, haben endlich ihr Debüt veröffentlicht. Mit „Collite“ wird der Hörer um zwanzig Jahre zurück versetzt, als die analogen Synthesizers noch die Grösse eines Schreibtisches hatten. Leider konnte ich nicht mehr Informationen über die Band Davos ausfindig machen, ausser, dass Davos ein schöner Touristenort in den Schweizer Bergen ist. Auf der 8-Track-EP befinden sich drei unterschiedliche Songs und fünf Remixe. Die CD beginnt mit dem Song „These Days“, welcher sich gleich in die überraschenden Gehörgänge einnistet. Was hier geboten wird, ist eingängiger Synthiepop mit einer unverkennbaren Melodie und einer tragenden Stimme. „Collite“ heisst der zweite Song; ein wunderschöner Refrain trägt den Song deutlich über den Durchschnitt. „Private“ überrascht erneut mit intelligentem Songwriting und einem hervorragenden Gespür für schöne Melodien, welche zum Tanzen und Mitsingen einladen. Warum diese Band noch in unbekannten Gefilden schwelgt, ist mir ein Rätsel. Als Remixer für zwei Versionen von „Collite“ war Herr P. Kullenbach von der Kultband Psyche am Werk, einmal in der Short- und der Long-Version. Die beiden Versionen sind deutlich tanzbarer. Für weitere Remix-Arbeiten sind Equatronic und Dynamic Masters verantwortlich, dazu noch der Childer Remix. Alle habe ihr Arbeit gut gemacht, auch wenn sich die Remixe nicht weit von den Originalen entfernen. Alle Fans von De/Vision, Mesh und New Order sollten unbedingt in „What I Prefer“ hineinhören und werden ein Wunder erleben. Schade, dass auf „What I Prefer“ nur drei unterschiedliche Songs zu hören sind. Davos, ab ins Studio mit euch und komponiert neue Perlen. Bewertung: 85%


"What If Prefer" (Marlies Staudacher/ http://www.festivalwelt.de)

Das erste, was einem beim Hören dieser CD auffällt, ist die Synthesizer-Lastigkeit des Albums und das erste, was einem beim Durchlesen der Tracklist auffällt, ist, dass trotz acht Tracks eigentlich nur drei verschiedene Lieder auf dieser CD zu finden sind. Wie kann das gehen, fragt sich der mathematisch Viertel- bis Halbgebildete? Ganz einfach, auf die drei Lieder (These Days, Collite und Private) kommen fünf Remixe. Wiederum rein mathematisch erschlossen sieht man, dass fünf von acht 62,5% ergibt. What I Prefer besteht also mehr als zur Hälfte, die ja bekanntlich 50% ist, aus Remixes. Soweit zu den statistischen Fakten, die wiederum zu der Frage führen, wieso so viele verschiedene Versionen eines, bzw. in diesem Fall zweier Lieder? Die erste Version von "These Days" reiht sich in den Kreis der klassischen Dark-Wave Synthiehymnen von Bands wie etwa Silke Bischoff (bzw. 18 Summers) ein. Der Vergleich liegt vielleicht auch wegen der ähnlichen Stimmlage der Sänger von dAVOS und SB/bzw. 18S nahe. Wie aber klingt es in den zwei auf der CD vorhandenen Remixes? Die zweite Version ist viel EBM lastiger als das Original, auch etwas gezogener, der Gesang und die Melodie stehen zugunsten des "gepeitschten" Rhythmus im Hintergrund und so fort. Für das ganze Album gilt, dass man eindeutig einen roten Faden im Verhältnis Lieder zu deren Remixes erkennt, das heißt, die "Rückmischungen" sind nie so entfremdet, dass sie wie ein völlig anderes Lied anmuten und doch hat jede Version ihren eigenen Charme, der verschiedene Stimmungen und Schattierungen einfängt und dessen Tiefe sich zu ergründen lohnt. Bewertung: 4 von 5 Sternen


Live-Reviews von dAVOS Konzerten gibt es hier: Live


Artikel

NEU Interview mit dem Webmagazin Elektrauma (www.elektrauma.de) zum Debutalbum "Just Like Mine" (12/2007) geführt von Andreas Romer und Michael Ruin:

Hallo dAVOS! Wie geht's euch? Der VÖ eures Debutalbums steht vor der Tür! Seid ihr sehr nervös? Ist nicht mehr lange hin bis zum 14.12. ;-)
Michael: Na ja, ein bisschen nervös ist man natürlich schon. Da steckt sehr viel arbeit und herzblut dahinter und unser label muss natürlich auch schauen, dass es ihr geld wieder hereinbekommt. hoffen wir das beste!

Könnt ihr euch den Lesern, die euch noch nicht kennen, bitte einmal vorstellen? Woher kommt der Bandname dAVOS und wer steckt dahinter?
Michael: Wir wollten von anfang an einen namen, der nichts über die musik aussagt oder irgendeinem song oder albumtitel entliehen ist. Da wir auch alle "schweiz-fans" sind und "zauberberg" von thomas mann ein grossartiges werk ist, sind wir auf "dAVOS" gekommen. Die band besteht aus michael ruin, eric nelson und gerd hall.

Wie würdet ihr euren Musikstil beschreiben? Wie und nach was klingt dAVOS?
Michael: Ich würde das ganze als "wave-pop" beschreiben. Obwohl unsere musik immer wieder als "synthiepop" bezeichnet wird. Synthiepop ist für mich elegant machinery, erasure oder edenfled. So klingen wir schon mal nicht, weil wir auch viel gitarre verwenden und bei einem songs am album haben wir echtes schlagzeug verwendet.

Habt ihr innerhalb der Band eine Aufgabenteilung?
Michael: Im prinzip nicht. Gerd und ich machen meist die instrumentals und dann schreiben wir zusammen die texte und machen die gesangslinie. Wichtig ist für uns aber immer, dass der song in einer session fertig ist, um die gegenwärtige stimmung nicht zu verfälschen. Man ist ja nicht jeden tag gleich gelaunt. Mal geht's schlecht, dann besser.

Könnt ihr uns was über euren musikalischen Background erzählen? In welchen Bands ward ihr früher tätig und wann habt ihr begonnen Musik zu machen?
Michael: Ich habe so mit 14 angefangen musik zu machen. Zuerst natürlich noch mit einer band, wollten wohl so was wie die zweiten "the cure" werden. Mit der zeit war das herumdiskutieren aber zu anstrengend, 5 leute in einer band funktioniert nur, wenn es einen chef gibt, damals waren es 5 chefs und weil ich dann etwas mehr harmonie wollte, machte ich dann synthpop, später ein bischen ebm und ab 1995 habe ich dann mit helmut prixs und später dann mit gerd hall "sharon next" gemacht. Wir veröffentlichten 2 alben, die sich nicht schlecht verkauften, hatte dann aber ende 2003 das bedürfnis nach mehr pop. Am 2.1.2004 lernten wir eric dann in einer karaokebar kennen und lieben.

Gabs ein Schlüsselerlebnis? Ein bestimmter Song oder ein Musikinstrument, was man als Kind geschenkt bekommen hat?
Michael: Das war "nick rhodes". Der hat einfach so gut gewirkt, das wollte ich auch machen. Da mir gitarre auch zu mühsam zum erlernen war, kaufte ich mir nach ein paar "casio" keyboards und meinen ersten synthie, einen kawai k1.

Durch Zusammenarbeiten mit And One, L'ame Immortelle und Psyche habt ihr euch schon eine hohe Hausnummer in der deutschsprachigen Electro-Szene verschafft. Ist man mit den genannten Bands befreundet oder wie kam es zu diesen Konstellationen?
Michael: Befreundet?! Also mit steve hatte ich schon mehr kontakt, im moment schreiben wir uns ab und zu mails und man sieht sich halt, wenn wir ihn supporten. Thomas treffen wir ab und zu beim ausgehen und mit darrin haben wir derzeit keinen kontakt. Steve habe ich 1997 in nordhausen kennengelernt. Nach dem konzert teilten wir uns das gleiche hotel und für ein paar stunden auch das gleiche zimmer. Gelaufen ist aber nix, da wir beide hetero sind. Thomas kennen wir schon seit seinen frühen anfängen, freut mich, was er unglaubliches erreicht hat. Anfangs haben sie sich immer wieder einmal das eine oder andere gerät zum musikmachen ausgeborgt. Und darrin habe ich damals, als wir remixer gesucht haben, angeschrieben und da ihnen unser demo gefallen hat, ist es zu einer zusammenarbeit gekommen. zu der zeit stieß auch per wieder zu psyche, wenn remi nicht ausgestiegen wäre, hätte vermutlich er den remix gemacht und per hätten wir nie kennengelernt. Ein schrecklicher gedanke.

Mit den beiden Eps "I Start Mourning" und "What I Prefer" habt ihr bereits 2 randvoll gepackte Silberlinge veröffentlicht, die neben einigen Hits auch sehr gute Remixes von namenhaften Bands enthalten. Ihr hättet also vor einiger Zeit schon fast ein komplettes Album zusammen gehabt. Wieso habt ihr euch für diesen eher ungewöhnlichen Weg entschieden?
Michael: Wir wollten erst etwas warm werden. Nach dem wir uns 2 monate gekannt haben, verschickten wir ein paar demos und bekamen sofort ein angebot. Eine ep war da die logische konsequenz. Dann haben uns alle zu einem album gedrängt, aber ich war der meinung, noch eine ep wäre für uns besser. Dass wir dann noch 2 singles/eps rausbringen würden, damit konnte ja keiner rechnen. Den "sisters of mercy" rekord mit 8 singles/eps vor dem debut album haben wir leider nicht gebrochen. Das wäre dann finanziell zu aufwendig gewesen.

Ihr habt dieses Jahr sogar eine Split-Vinyl-Single mit dem Namen "Fruit Of Joy" veröffentlicht. Vinyl vs. MP3? Wolltet ihr damit ein Statement gegen den momentanen Trend setzen?
Michael: Ja, natürlich. Ich kann es nicht verstehen, warum sich leute songs herunterladen. Das gesamtpacket ist doch entscheidend. Das booklet, das cover, die musik. Und 7inch ist total sexy, es gab sogar leute, die sich extra wegen uns dann einen plattenspieler gekauft haben. Natürlich bleiben die beiden songs/remixe auch exklusiv. Ja, die gute alte single. Ich hoffe, dass es nie soweit kommt, dass keine cds mehr veröffentlicht werden. Dann würde ich meinen lebensmittelpunkt verlieren. Für mich war der niedergang der schallplatte schon ein drama. Zum glück gibt's viele veröffentlichungen wieder auf platte. Sollte unser album gut ankommen, wird's dann in ein paar monaten unser werk auch auf vinyl geben.

Anfang Oktober habt ihr zusammen mit Jan W. eine EP veröffentlicht, die sich thematisch um ein brisantes Thema dreht. Könnt ihr uns dazu noch mal näheres erzählen? Wie kam es zur Wahl dieses Themas und der Zusammenarbeit mit Jan W.?
Michael: Das ist ein thema, dass mich schon immer sehr berührt hat. Es ist auch anscheinend völlig egal, wenn du ein kind missbrauchst und tötest. 3 jahre auf einem bauernhof, rasenmähen, fussballspielen und jeden tag eine gesprächstherapie reichen, um wieder als geheilt entlassen zu werden. Das ist auch nicht so dahin gesagt, sondern ich weiss das leider aus meinem persönlichem umfeld. Aber welche folgen das ganze hat, sehen wir fast täglich in den medien. Wir wollten mal was für die opfer tun, dass sich die justiz leider immer nur um die täter kümmert ist ja bekannt. Täter bekommen psychologische betreuung, opfer müssen die selbst bezahlen. Mit dem 1 euro den wir pro verkaufte "cindy ep" spenden, können wir etwas helfen. Da jan w. sich in seinen songs auch öfter mit dem thema auseinander gesetzt hat und wir uns mit ihm und seinem team sehr gut verstanden haben, lag die zusammenarbeit auf der hand.

Euer Album wird den Titel "Just Like Mine" tragen. Welche Bedeutung hat der Albumtitel für euch? Um was geht es inhaltlich auf eurer CD?
Michael: Es geht - wie schon bei den letzten veröffentlichungen - um uns. Manchmal ist so eine seelenstriptease auch sehr anstrengend, aber so ist das nun mal.

Beim Hören eures Debuts wird ganz schnell deutlich, dass Abwechslung gross geschrieben wird was Sounds und Stimmung angeht. Wie entsteht bei euch ein Song?
Michael: Wie gesagt, zuerst kommen die instrumental und dann machen wir die texte dazu. Dann lassen wir den song etwas ruhen und später geht's dann mit den ganzen synthies zu per und überlegen uns, was kann man verbessern, was wird hervorgehoben, usw. Wichtig war für uns auch unsere alten instrumente wie einen "ms 20" oder "mini moog" zu verwenden. Die extremen baselines bekommen wir auch immer mit dem "oberheim expander" hin. Das problem, was ich mit vielen cds die ich in letzter zeit kaufte habe, ist, dass man genau hört, dass das gesamte album am laptop entstanden ist. Da lobe ich mir die "amaroid" von "diorama".

Als Produzent stand euch Per-Anders Kurenbach von Psyche zur Seite. Wie kann man sich die Arbeit mit ihm zusammen vorstellen und welchen Einfluss hatte er auf "Just Like Mine"?
Michael: Per-anders ist zum einen der netteste mensch, den ich in meinem ganzen leben kennengelernt habe. Zum zweiten versteht er uns sehr gut, und bringt durch seine ruhige art auch etwas frieden in unsere band, ohne die wir uns vielleicht in der hitze des gefechts schon lange zerfleischt hätten. Wenn man einen song geschrieben hat, dann ist es einem auch nicht egal, wie das ganze am ende klingt. Sein einfluss war schon gross, bestimmte songs haben sich verändert, andere klingen wiederum wie die demos. Das nächste mal wird er wieder ins team geholt, jetzt brauchen wir aber ein paar wochen pause, da wir am ende der aufnahmen schon ziemlich an unsere grenzen gegangen sind. Bei den eps war es leichter..

Für euch gibt es seit Kurzem eine neue Labelheimat, und zwar Synthom Records. Wie kam diese neue Konstellation zu Stande?
Michael: Wir haben mit jan w. im mai ein konzert in brandenburg gegeben und da hatten wir schon viel spass mit dem team. Dann haben wir die "cindy" platte mit ihnen gemacht, noch ein konzert, und da haben sie uns gefragt, ob wir nicht bei ihnen veröffentlichen wollen. Da waren wir plötzlich in der "unangehmen" situation, mehrere 100%ige angebote zu haben. Auch von einem der führenden labels in europa. Im endeffekt haben wir uns deshalb für "synthom" entschieden, weil wir die leute sehr mögen und sie uns null in die songs reinreden. Bis jetzt läuft es ja bestens, hoffe das album kommt dann auch beim hörer an.

Was ist euch persönlich wichtig im Leben? Was habt ihr für persönliche Ziele und Träume?
Michael: Ich kann nur für mich sprechen. Meine familie, musik, trinken und mein aquarium. Mein ziel ist es, glücklich zu werden. Das will ich erreichen...alle bösen geister vertreiben.

Was waren die letzten 3 CDs, die ihr euch gekauft habt?
Michael: Michigan: pulse of pain, Diary of dreams: nekrolog 43, Cyan inc.: better leave me dying

Gibt es sowas wie Alltime-Favourite-Alben bei euch? Wenn ja, könnt ihr 5 Klassiker nennen?
Michael: 5 ist sehr schwierig, da ich seit meine 10. lebensjahr platten kaufe. Aber ich probiere es: new order: technique, the smihts: the queen is dead, marc almond: enchanted, front 242: offical version, placebo: meds

Was waren eure schönsten Konzerte, die ihr gegeben habt?
Michael: Ich glaube, das letzte in finnowfurt. 900 zahlende gäste und einige, die schon mitsingen konnten und viele, die unsere songs kannten. Aber so richtig schlechtes hatten wir bis jetzt noch nicht. Natürlich ist es als support schwierig, konzerte für gruppen wie "and one" und jan w. zu geben. Das sind gruppen, die eine starke "fanbase" haben und diese nicht wirklich an einem support interessiert ist. Ob ein konzert dann ankommt, merkt man erst hinterher an den cd verkäufen und mit denen waren wir eigentlich immer zufrieden.

Auf was legt ihr am meisten Wert bei euren Gigs?
Michael: Dass beim soundcheck schon alles funktioniert. Wenn der passt, kann eigentlich nichts schief gehen. Beim gig machen ich mir dann weniger sorgen. Gerd und ich wissen, was zu tun ist und mit eric haben wir einen sänger der sicher zu den top 5 in mitteleuropa zählt.

Wird es eine Tour geben, wo ihr euer Debutalbum präsentieren werdet?
Michael: Na, eine tour wird es erstmal nicht geben. Wir hoffen auf viele einzelshows, ein paar sind ja schon fix und wenn das album gut läuft, dann nach der veröffentlichung unseres zweiten albums im dezember 2008.

Was steht bei euch im Jahr 2008 an? Gibt es schon Pläne?
Michael: Ja, eine neue single/ep im frühling und im winter dann das zweite album. Na und möglichst viele konzerte spielen. Obwohl das immer recht anstrengend ist, wir übertreiben es immer mit dem feiern. Man kann aus seiner haut aber nicht heraus.

Wie werden dAVOS Weihnachten feiern? :)
Michael: Ganz konservativ mit familie.

Vielen Dank für das sehr ausführliche und interessante Interview! Viel Erfolg mit dem genialen Debutalbum "Just Like Mine"! Die letzten Worte gehören euch:
Michael: Wir haben zu danken. Hört rein in unser album, ihr werdet es nicht bereuen. www.davos-music.com www.myspace.com/musicdavos

 


 

Über die davos'sche Musik und die Welt (Marco Meier/ Re-Flexion 08/ 2006)

Im Januar 2004 führten die verzweigten Wege des Schicksals die Pfade von Michael Ruin (Music), Gerd Hall (Music) und Eric Nelson (Vocals) zusammen und dAVOS war geboren. Im November 2004 erschien die erste EP-Veröffentlichung „What I Prefer“, die viele positive Resonanzen hervorrief. Das sympathische Trio stammt nicht aus der hochgelegenen Ferien- und Kongressstadt Davos in den Schweizer Bergen, sondern aus der österreichischen Hauptstadt Wien. Die neue EP „I Start Mourning“ umfasst insgesamt neun Songs, davon fünf Titel als Remixes verschiedenster Künstler. Was es mit dem Namen dAVOS, den neuen Titeln und ihrem Heimatland Österreich auf sich hat, könnt ihr in den nächsten Zeilen herausfinden.

re-flexion: Zuerst die dringende Frage nach eurem Bandnamen dAVOS. Dieser verwirrt mich als Schweizer, denn ich assoziiere ihn mit dem bekannten Kurort Davos in den Schweizer Bergen. Was steckt dahinter?

dAVOS: Wir wollten einen kurzen und prägnanten Namen; uns aber auf keinen Fall nach irgendwelchen Songs, Alben oder Büchern benennen. Da wir große „Schweizfans“ sind, war dAVOS nahe liegend. Übrigens ist der Ort eine Reise wert.

re-flexion: Wie führten euch 2004 die Pfade des Schicksals zusammen? Kanntet ihr euch schon von früher?

dAVOS: Ich kenne Gerd schon seit mehr als zwölf Jahren und spielte mit ihm schon bei Sharon Next. Eric sahen wir zum ersten Mal am 2. Januar 2004 in einer Karaokebar in Wien.

re-flexion: Ihr spielt auf beiden EPs „What I Prefer“ (2004) und „I Start Mourning“ (2006) gefühlvollen und melancholischen Elektro-Pop. Ist das eure musikalische Richtung, die ihr seit Kindheit verfolgt? Wie hat sich euer Stil entwickelt? Was für Entwicklungen sind in Zukunft noch möglich?

dAVOS: Begonnen hat alles mit Duran Duran, später kamen dann A-ha, Depeche Mode, New Order, The Smiths und hunderte andere Bands hinzu. Wichtig war mir immer, dass die Musik schön und traurig ist. Positive oder fröhliche Musik macht mich wirklich krank. dAVOS geht für mich genau in die richtige Richtung. Melancholisch, aber nicht depressiv. Der Stil entwickelte sich bei uns irgendwie automatisch. Eine Idee und alle springen darauf, und die Reise kann beginnen.

re-flexion: Ich habe ab und zu das Gefühl, dass ihr von renommierten Szenen-Bands wie zum Beispiel Wolfsheim inspiriert wurdet. Ist dies purer Zufall oder verbinden euch vergangene Erinnerungen damit?

dAVOS: Ja, Wolfsheim mag ich sehr gerne. Ich traf auch einmal Peter Heppner im Rahmen der Popkomm 1999 im Hotel. Es waren zwei schöne Stunden. Aber dass uns Wolfsheim inspiriert, glaube ich nicht. Vielleicht leben Peter Heppner und ich in ähnlichen Umständen mit ähnlichen Gefühlen. Ich glaube, dass bestimmte Menschen einfach durch bestimmte Erfahrungen bestimmte Musik machen.

re-flexion: Eure Debüt-EP heißt „What I Prefer“, worauf kein Titel mit demselben Namen vorhanden ist. Eure aktuelle Veröffentlichung heißt „I Start Mourning“, worauf sich der Titel „What I Prefer“ befindet. Ist dies Zufall? Welche Idee versteckt sich dahinter? Können wir auf der nächsten Veröffentlichung mit einem Titel namens „I Start Mourning“ rechnen?

dAVOS: Das hat sich irgendwie so ergeben. Finde ich aber ganz lustig, denn so weiß man immer, wie der erste Song der kommenden Platte heißen wird.

re-flexion: Der EP-Titel „I Start Mourning“ klingt alles andere als glücklich und euphorisch. In was für einem Trauerzustand befindet ihr euch?

dAVOS: Im Moment geht es ganz gut. Leider hatte einer von uns eine mittelschwere Krise, so dass wir keine Konzerte und keine Songs aufnehmen konnten. Jetzt geht es wieder. Der Titel gefiel uns einfach und passte sehr gut.

re-flexion: Eure Musik ist wunderschön harmonisch, aber stimmt eine unbeschreibliche Wehmut und Melancholie an. Was drückt ihr mit eurer Musik aus. Was verarbeitet ihr damit?

dAVOS: Wir drücken uns damit aus. Es geht nur um uns. Keine Erfindungen, keine Erzählungen, nur Erlebtes. Das war auch von Anfang an so geplant. Hat (hatte) einer ein kleines Problem mit (oder ohne) Drogen wird das beschrieben. Ich sag nur „Chase The Dragon“.

re-flexion: Wie läuft ihr generell als Menschen durch die Welt, wenn ihr von Kriegen (aktuelle Krise Israel/Libanon), Naturkatastrophen (Tsunami, Klimaerwärmung) und Zerstörung der Lebensräume für Tiere und Pflanzen hört? Was denkt ihr darüber? Wie geht ihr damit um?

dAVOS: En schwierige Frage. Ich kann nur mein nahes Umfeld nach meinen Vorstellungen gestalten. Wenn ich ehrlich bin, habe ich schon vor langer zeit damit aufgehört Zeitungen zu lesen oder Nachrichten zu schauen. Mein ganzes Interesse gilt der Musik und meinem Freundeskreis. Wenn man zuviel in der Wirklichkeit verbringt, wird man nur depressiv. Würde jeder Mensch in seinem Umfeld mit Verbesserungen beginnen, würde die Welt automatisch besser werden. Das wäre einmal ein Anfang.

re-flexion: Ist dAVOS ein Ventil für die Verarbeitung eurer Lebenseindrücke/-stellungen bezüglich dem Weltgeschehen? Nehmt ihr eine Aufgabe als Musiker diesbezüglich wahr?

dAVOS: Wir würden niemals politische Themen behandeln oder den Leuten unsere Vorstellungen verkaufen. Genau das mochte ich nie an Phillip Boa, diese „Gutmensch-Scheisse“. Da lobe ich Bands wie The Cure oder New Order, denn die singen nur über die Gefühle.

re-flexion: Wie sind die Aufnahmen zur neuen EP „I Start Mourning“ entstanden? Wie sieht die Rollenverteilung innerhalb von dAVOS aus? Gab es in der Arbeit Unterschiede zur Debüt-EP „What I Prefer“?

dAVOS: Die Aufnahmen entstanden dieses Mal bei Per Anders Kurenbach in Essen. Das ganze war schon ein bisschen professioneller als beim Debüt. Wir haben auch eine gute Basis mit Per. Er versteht, was wir wollen und lenkt die Songs so immer in die Richtung, die wir mögen. Das letzte Mal arbeiteten wir in Wien. So konnten wir nach den Aufnahmen immer besoffen nach Hause wanken. Der Produzent soff auch immer mit, und so mussten wir ständig wieder von vorne beginnen. Trotzdem war „What I Prefer“ für uns die richtige Platte zur richtigen Zeit. Die einzige Rollenverteilung bei dAVOS ist jene, dass Eric singt, sonst darf jeder machen, was er will: texten, spielen… Da wir dAVOS sind, kann dabei auch nur dAVOS herauskommen.

re-flexion: Gibt es spezielle Momente, in denen ihr besonders empfänglich für neue Song-Ideen seid? In welchem Zusammenhang ist der Song „What I Prefer“ entstanden?

dAVOS: Der besondere Moment ist, wenn wir zusammen sind. Wir haben ein halbes Jahr zusammen gewohnt, was recht intensiv und inspirierend war. Wir haben da zeitweise tagelang das Haus nicht verlassen. In so einem Moment ist auch der Song „What I Prefer“ entstanden. Tue mal nur das, was du willst. Na ja, ein klein bisschen Paranoia hat auch mitgespielt. Als dann jeder wieder in die eigene Wirklichkeit zurückkehrte, war es aber auch nicht wieder schlecht.

re-flexion: Ich selber schreibe Phantasiegeschichten und weiß nie richtig, wann die Erzählungen endgültig fertig sind. Eigentlich sind sie nie fertig. Ich könnte jeden Tag wieder Abschnitte korrigieren und ergänzen. Wann ist für euch ein dAVOS-Song fertig?

dAVOS: Ein Song ist für uns dann fertig, wenn wir glauben, dass er fertig ist. Du könntest ewig an einem Instrumental arbeiten, aber wir hatten uns von Anfang an ausgemacht, nie länger als einen Tag daran zu arbeiten. So behält man die einzigartige Stimmung. Man ist nicht jeden Tag gleich drauf; einmal geht es einem schlecht, dann sehr schlecht, dann wieder besser.

re-flexion: Könnt ihr mir etwas über die inhaltlichen Themen bei dAVOS erzählen, denn ich bin der englischen Sprache nicht so mächtig? Wie wichtig sind für euch die Texte?

dAVOS: An den Texten arbeiten wir eigentlich immer länger als am Instrumental. Insofern sind uns die Texte mindestens so wichtig wie die Musik. Zum Glück merke ich auch, dass die Leute unsere Texte sehr schätzen. Was wären The Smiths ohne Morrissey’s Texte gewesen?

re-flexion: Ihr kommt aus Österreich. Was gibt es über das Land und die elektronische Szene zu erzählen? Außer L’Âme Immortelle, Mind.In.A.Box und natürlich dAVOS kenne ich wenige musikalische Größen, ausgenommen meinem Idol Hansi Hinterseer natürlich.

dAVOS: Den Hansi haben wir sogar mal zufällig kennen gelernt, der war sehr nett und natürlich. Wenn so viele Leute seine Musik mögen, hat sie zweifelsohne ihre Berechtigung. Die Szene in Wien ist eigentlich sehr gut. So ziemlich alle relevanten Bands spielen/spielten schon einmal bei uns. Da kann man eigentlich recht zufrieden sein.

re-flexion: Wie kam auf „I Start Mourning“ die Zusammenarbeit mit Thomas Rainer (L’Âme Immortelle), Hannes Medwenitsch (Nature Destroyed), Torben Wendt (Diorama) und Per-Anders Kurenbach (Psyche) zustande? Ihr habt ein beachtliches „Star“-Aufgebot verpflichten können, was für junge Bands eher selten ist.

dAVOS: Da wir Thomas und Hannes schon seit den Anfängen von L’Âme Immortelle kennen, fragten wir sie einfach. Torben haben wir bei einem Konzert kennen gelernt und gefragt. Ich glaube, die fühlten sich mit unseren Songs sehr wohl, da sie auch genügend Spielraum schaffen. Aber gute Songs kann man auch schwer versauen. Wir waren beim Debüt ebenfalls sehr zufrieden mit den Remixes und wichtig war uns, dass wir die Künstler schätzten; auf keinen Fall wollten wir Künstler aufgrund ihrer Reputation. Uns muss das ganze befriedigen.

re-flexion: Was würdet ihr auf der Welt verändern, wenn ihr mit einem Zauberstab drei Dinge für immer verändern könntet?

dAVOS: Ich glaube nicht, dass die Welt unbedingt besser wäre, wenn wir sie verändern könnten. Für uns vielleicht, aber für alle anderen?

re-flexion: Was wird in Zukunft mit dAVOS geschehen? Habt ihr Zukunftspläne und Wünsche, die ihr in naher Zukunft verwirklichen wollt?

dAVOS: Am Anfang stand unser Wunsch gute Songs zu schreiben und zu veröffentlichen. Das haben wir erreicht. im Moment nehmen wir gerade den Gesang für das erste Album auf. Mitte August geht es dann einmal für zwei Wochen zu Per. Ich hoffe, dass wir das Album bis Jahresende veröffentlichen können. Sehr gerne würden wir davor noch eine 7inch machen. Vinyl spielt in meinem Leben eine große Rolle. Das Album kommt auf alle Fälle auf Platte, wahrscheinlich sogar mit einem Bonustrack.

re-flexion: Ich hoffe, dass ich nichts vergessen habe und alle Leserinnen und Leser einen guten Einblick über dAVOS erhalten haben. Falls ich etwas vergessen habe, bitte ergänzt mich.

dAVOS: Vielen Dank, das wünschen wir uns auch. Danke auch für die Möglichkeit uns bei euch zu präsentieren ohne dafür zu bezahlen. Wir sehen uns hoffentlich bei einem unserer Konzerte im Winter.

re-flexion: Ich wünsche euch für die Zukunft nur das Beste, und dass ihr noch viele solch schöne Musikstücke schreibt und der Name dAVOS bald in aller Munde ist. Macht weiter so!


dAVOS (Gregor Plum/ Sonic Seducer 05/05)

Den Namen dAVOS verbindet der deutschprachige Mitteleuropäer gemeinhin mit der hochgelegenen Ferien- und Kongressstadt in der Schweiz bzw mit dem dort beheimateten Eishockeyclub. Dass sich ausgerechnet eine Eletro-Pop-Formation aus Österreich diesen Namen zu Eigen gemacht hat, mag ebenso verwundern wie die Tatsache, dass aus Wien neben L'Ame Immortelle noch andere hörenswerte elektronische Musik stammt. Genau das aber beweisen dAVOS mit ihrer aktuellen Debüt-EP namens "What I Prefer".

Ein erfolgreich geplanter Zufall war die Basis des heutigen Lineups der drei Synthiepopper. Sänger Eric klärt auf: "Michael und Gerd waren Anfang 2004 in einer Wiener Karaokebar auf der Suche nach einem Sänger. Ich war zufällig auch dort, um den Song "Clocks" von Coldplay zu interpretieren. Direkt nach meinem Auftritt sprachen mich die beiden an, spielten mir noch vor Ort ihr Demomaterial vor und eine Woche später haben wir in unserer ersten Session bereits vier Lieder aufgenommen." Für die Findung eines passenden Bandnamens waren weniger inhaltliche als vielmehr klangliche Aspekte ausschlaggebend. Da er zudem prägnant und kurz sein sollte, fiel die Wahl auf dAVOS.

Den Stellenwert von dAVOS für Eric, Michael und Gerd unterstreicht die Tatsache, dass man sich schon bald entschloss, ausserhalb von Wien zusammenzuziehen und abzuschotten. Eric: "Radio oder TV beispielsweise würden uns nur ablenken. Durch die Ruhe, die wir hier geniessen, nimmt man die eigene Musik sehr viel intensiver wahr." Ein recht gewagter Schritt, gerade wenn man bedenkt, dass die drei Mittzwanziger in einem zukunftsrelevanten Lebensabschnitt stehen. "Stimmt", nickt Eric nachdenklich. "Durch Trauerfälle in unsererm Bekanntenkreis ist uns bewusst geworden, wie schnell alles vorbei sein kann. Deshalb nehmen wir uns die Zeit."

"What I Prefer" heisst das erste Ergebnis dieser Auszeit, das weniger durch Innovation als vielmehr durch drei melodische Songs und fünf gelungene Remixe überzeugt. Vor allem die Freunde der 80er dürften beim Hören der EP geschmeidige Ohren bekommen. Dennoch möchte Eric von einer direkten Beeinflussung nichts wissen: "Wir schätzen Bands wie Clock DVA, Ultravox oder The Cure, aber beeinflusst haben sie uns nicht. Wir machen unsere Musik selbst."

Auf einer für Sommer diesen Jahres geplanten weiteren EP soll die Zusammenarbeit mit Per Anders Kurenbach von Psyche, der auf "What I Prefer" für zwei Remixe verantwortlich war, ausgedehnt werden. Mit einem Album ist dann im Winter zu rechnen. Die Bitte nach einem Ausblick auf das neue Material erfüllt Eric kurz und knapp: "Neue CDs, neue Songs, gleich bleibende Qualität - das ist dAVOS".


dAVOS – 15 Minutes Of Pop (Elmar Klemm/ Zillo Ausgabe 2005/04)

Österreich mausert sich immer mehr zur Hochburg des Underground. Allen voran die Hauptstadt Wien. Zwar sind bisher überwiegend gitarrenlastige Bands bis zu unseren Ohren durchgedrungen. Doch L’âme Immortelle haben schliesslich die Elektronik hoffähig gemacht. Wie es scheint, reift in der Alpenmetropole Kreativität anders als bei uns. Viele Bands von der Donau besitzen einen gewissen nostaligschen Charme, der sich deutlich vom allgegenwärtigen Trendeifer abgrenzt. Das gilt auch für das junge Trio dAVOS.

Dabei liegt der Ort doch in der Schweiz und wird in der Regel mit fortschrittlichen Wirtschaftsinitiativen assoziiert. Von Innovationen sind die Synthiepopper dAVOS aber weit entfernt, sodass ihre erste EP "What I Prefer" Programm zu sein scheint. Keyboarder Michael bestätigt diese Vermutung: "Ja, irgendwie schon. Der Titel beruht auf einem Insider-Witz. Ich habe mir früher mal die Promo von And One’s 'Nordhausen' gekauft. Da hiess 'Sometimes' noch 'What I Prefer'. Da aber offenbar viele Leute Probleme mit der Aussprache von 'Prefer' hatten, wurde der Song umbenannt. Das fand ich lustig und habe damals beschlossen, meine 1. Platte so zu nennen. Und es passt, denn wir sind ja nicht wirklich modern. Unsere Musik klingt nach dem, was wir am liebsten mögen."

Im wesentlichen handelt es ich dabei um drei Stücke, die in verschiedenen Versionen die CD schmücken. "Ziemlich nostalgisch, was?". Michael weiss, was ich meine. "Wir haben zwar nichts gegen die moderne Elektronik, ganz im Gegenteil. Da gibt es viele grossartige Sachen. Aber meine Wurzeln liegen eben in den manisch depressiven Emotionen der 80er. Und genau die möchte ich in meiner Musik zum Ausdruck bringen. Ausserdem sind Synthies mein Hobby. Ich sammle seit Jahren alte Geräte. Mit den ganz digitalen Sachen, kann ich nicht so viel anfangen. Insofern jammen wir ständig mit unseren Instrumenten. Zusammen mit Gerd experimentiere ich dann ganz frei herum – und plötzlich ist ein Stück fertig. Das dauert oft nur 5 Minuten. Wir arbeiten aber auch noch am Atari ST, da sind die Grenzen quasi von selbst gesetzt."

Scheinbar geht es dem Trio auch nicht darum, innovative Standards zu setzen. Bei den Remixen ist Michael da schon etwas aufgeschlossener: "Obwohl ich gar kein besonderer Remix-Fan bin. Früher war das mal anders. Nimm nur das beliebte Beispiel Depeche Mode. Seit 'Ultra' ist da im Grunde nichts Brauchbares dabei gewesen. Wir haben unser Glück mit Per Anders Kurenbach von Psyche versucht, der gleich zwei Stücke bearbeitet hat. Ihn, wie auch die anderen Mixer, haben wir deshalb gewählt, weil wir ihren Stil mögen, nicht weil sie vielleicht prominent sind. Und ich muss gestehen, wirklich begeistert zu sein. Aus den Songs wurde sehr viel Neues herausgeholt."

Beim ersten Hören fühlt man sich ein wenig an die ganz frühen Arbeiten von De/Vision erinnert, die Michael auch ohne Umschweife als grosse Inspirationsquelle zitiert. "dAVOS müssen auch erst einmal richtig warm werden. Unseren Sänger Eric haben wir vor einem Jahr kennen gelernt – in einer Karaoke Bar! Das stimmt wirklich. Er hat Coldplay interpretiert, und wir waren von ihm so begeistert, dass wir ihn gleich ins Studio geschleppt haben. Daraus wurde eine spontane Session, die wir gar nicht mehr beenden wollten. Plötzlich waren 'These Days', 'Collite' und 'Private' – und damit die EP – fertig. Diese Arbeitsweise fand ich grossartig. Wir haben einfach unseren Ideen freien Lauf gelassen und verarbeitet, was uns gerade so in den Sinn kam. Dass war ungeheuer intensiv und sehr inspirierend. Deshab würde ich zu gern noch eine zweite EP machen, bevor wir im Herbst unser reguläres Debüt Album veröffentlichen." Das wäre auf jeden Fall eine ungewöhnliche Promotion. "Eben. Und diese Spontanarbeit drückt auch genau das aus, was wir sind. Und für die Konsumenten ist es doch auch von Vorteil. So können sie einfach reinschnuppern, ob ihnen unsere Musik gefällt, ohne gleich die Investition für eine Fulltime-CD tätigen zu müssen."

Alt- wie Neu-Synthiepopper: Beherzigt dieses Angebot. Es lohnt sich!