
Rezensionen
NEU "just
like mine" (Andi/ elektrauma.de)
Die Wiener Synthiepopband dAVOS veröffentlicht
nun endlich das langerwartete Debutalbum „Just Like Mine“! Die
Band wurde 2004 gegründet, durch die Gründungsmitglieder von
Sharon Next - Gerd Hall und Michael Ruin - und dem Solokünstler
Eric Nelson als Frontmann. Seit dem gemeinsamen Ziel zusammen
Musik zu machen ist viel passiert. 3 Eps, eine Reihe an Samplerbeiträgen,
Zusammenarbeiten mit And One, L'Ame Immortelle und Psyche, sowie
einige sehr grandiose, erfolgreiche Liveauftritte, sprechen
für sich. dAVOS sind ab dem 14.12. nun endlich mit ihrem ersten
Fulltimealbum am Start und man kann ganz sicher sagen, das Warten
hat sich mehr als gelohnt! Die Wiener präsentieren hier abwechslungsreichen
Synthiepop auf höchstem Niveau! Abseits von jeglichen Klischees
wird auf „Just Like Mine“ mit Ecken und Kanten gearbeitet. Das
Album ist nicht überproduziert oder zu glatt, wie so manch andere
Releases in der Branche, sondern lässt bewusst einen echten
Charakter entstehen. Dieser Retro-Touch steht der Band ausgezeichnet
und bringt noch dazu einen hohen Wiedererkennungswert mit sich!
dAVOS lässt innerhalb der Songs Spielereien und gekonnt platzierte
Einsätze von dezenten Gitarren zu. Man verleiht den Tracks immer
einen wohligen, organischen Grundtenor und brilliert mit tollen
Kompositionen. Mit „I Start Mourning“ beginnt die Reise. Ein
langsamer Basslauf, schöne Flächensounds und erhabener Refrain
betören der Hörer von der ersten Sekunde an. „My New Pearl“
ist einer der Überflieger auf „Just Like Mine“. Dieser Track
besitzt Hitpotential und überzeugt auf jeder Ebene. Extrem cooler
Gesang, ein Wahnsinnsrefrain mit Ohrwurmcharakter und wavigem
Flair machen diesen Song aus! Mit dem wunderbaren „Fruit Of
Joy“ geht es verträumt-melancholisch weiter. Die triste Stimmung
wird im folgenden Song, „Decline“, fortgesetzt und bekommt die
volle Entfaltung durch den verzweifelten und zerbrechlichen
Gesang in den Strophen. Im Refrain erhebt sich die Stimme und
Eric singt gegen einen Abschied an. Mit „For Heaven’s Sake“
wird das Tempo angehoben. Der groovige und eingängige Song bietet
im Refrain eine grandiose Gesangsleistung. Man hört, dass in
dem Song persönliche Themen verarbeitet werden, förmlich raus.
Das Finale ist sehr intensiv und verursacht Gänsehaut. „Start
Again“ schafft es durch Gesang und Musik eine gewisse Leichtigkeit
und Hoffnung zu versprühen. dAVOS beherrschen ihr Handwerk,
was der perfekte Uptempo-Ohrwurm „Richie“ und das wavige „Brian“,
bei dem auch eine echte Bassgitarre zu hören ist, beweisen.
Hier hört man das Herzblut der Musiker raus. „I See Clear“ bietet
ein wunderbares Wechselspiel bezüglich der Stimme. Dominieren
die Strophen durch eine Art Stakkatogesang, welcher relativ
tief gehalten wird, geht im Refrain gesanglich förmlich die
Sonne auf, was auch musikalisch perfekt untermalt wird. Das
Ende des genialen Debutalbums „Just Like Mine“ bildet die ergreifende
Ballade „Of Someone Who Passed Away“. Klavier, Streicher und
eine sensationelle dramatische stimmliche Leistung, wow! dAVOS
- Synthiepop mit dem gewissen Etwas! Ein grandioses Debutalbum
und absoluter Kauftipp!
"CD des Monats" Dezember 2007
Wertung: 6 von 6 Punkten
"cindy ep" (nuuc/ elektrauma.de)
Leider sehen wir es oft genug in den Nachrichten:
Kinder sind immer noch Opfer von Vergewaltigungen und Missbräuchen.
Die Schwächsten der Gesellschaft können sehr schnell für die
kranken Phantasien und üblen Gedanken einiger weniger zum Spielball
werden. Man darf eigentlich nicht die Augen verschließen und
man müsste öfters was tun. Davos und Jan W. tun jetzt etwas.
Mit ihrem Song „Cindy“ haben sie sich dem Thema angenommen und
die Geschichte eines Mädchens geschaffen, das schon im Kindesalter
vom Vater sexuell missbraucht wurde und mit zwölf Jahren ihren
einzigen Ausweg im Selbstmord sah. Der Song wird auf dieser
EP in mehreren Versionen dargeboten, die mal elektronisch, mal
aber auch akustisch daherkommt (Säsh & Magan Rock Edit)
und in der Version von Per Anders Kurenbach (Psyche) eine richtig
schöne Pianoballade mit einem bitteren Text. Ansonsten haben
in dieser Zusammenarbeit auch die beiden Bands ihre Songs draufgepackt.
Davos überrascht dabei mit einem deutschen Song, „Zweites Land“,
Jan W. ist mit Stücken wie „Gift“ und „Vermisst Du Mich?“ vertreten.
„Cindy“ ist als E.P. ein Aufstehen und sich wehren gegen die
bestehenden Verhältnisse. Damit man aber auch wirklich etwas
dagegen tun kann, spenden die beiden Bands pro verkaufte CD
1 € an eine Organisation, die sich um Missbrauchskinder kümmert.
Das ist wahres Engagement!
Wertung: 5,5 von 6 Punkten
"fruit of joy" (Gallo/ medienkonverter.de)
Davos haben eine kleine aber feine neue Nummer veröffentlicht.
Zusammen mit einem Remix von 'Within Control' kommt der brandneue Knaller
'Fruit Of Joy' auf einer sehr ansprechenden 7" daher. 'Fruit Of Joy'
fällt abermals in die Sparte 'klassischer Synthie Pop', sehr melodisch,
sehr dark. Diese bis dato unveröffentlichte Nummer sticht aber doch
ein wenig aus den mir bekannten Davos Nummern heraus, da sie wirklich
gut mitreisst und im Ohr hängenbleibt. Die Vocals steigern sich kontinuierlich
und passen gut zu den Sounds, die ihren 80er Ursprung nicht leugnen können.
'Within Control' ist schon bekannt und kriegt hier eine kleine Aufpolierung
die gegen Ende des Songs in feinen Soundspielereien und verzerrter Stimme
gipfeln.
Auf der Rückseite finden sich zwei Nummern der Wiener Formation
'Heirstyle' rund um die FM4 Haudegen Haipl und Pfister. Auch einen Reinhörer
wert, machen die beiden zwar recht frische Sounds, doch irgendwie scheinen
die Lyrics zu sehr aufgesetzt. Das Artwork der Single wirkt ebenso sehr
klassisch, passend zu Musik aus Wien ;-)
Bewertung: 5 von 6 Punkten
"fruit of joy" (Nuuc/ elektrauma.de)
Die österreichische Formation dAVOS hat zusammen
mit einem anderen Projekt gleicher Heimat, namentlich Heirstyle, eine
Doppel A-Side Scheibe herausgebracht. Das allein ist ja schon ganz nett,
aber das diese ganze Sache auch und nur ausschließlich auf Vinyl
zu erhalten ist, zeigt eine gewisse Ideologie, die dAVOS seit Anbeginn
ihrer Laufbahn beibehalten: Sie wollen um keinen Preis sich unter Druck
setzen lassen und haben durch das Label Hungry Moon eine sehr gute Basis
gefunden, um sich weiterhin musikalisch entfalten zu können, wie
es ihnen beliebt. Auf dieser Platte finden sich auf der einen Seite von
dAVOS die Stücke „Fruit Of Joy“ und eine Version des
mittlerweile nicht mehr unbekannten Clubtracks „Within Control“.
Wie gewohnt setzen die drei Jungs die Strukturen des alten New Waves mit
vielen modernen Elementen zusammen. Interessant auch die Zusammenarbeit
mit Heirstyle, die ihre Musik wesentlich anarchischer und etwas rauer
anlegen. Ihre beiden Songs „Hölle“ und „God“
haben durchaus Suchtpotenzial, allen voran „Hölle“, der
mit dem mehr oder weniger hingerotzten Text so etwas wie Punk besitzt.
Und letzten Endes macht auch die Aufmachung und das Medium an sich, die
gute alte Platte, viel her. Nicht nur optisch, sondern auch klanglich,
weil die Stücke einen wesentlich volleren Klang erhalten und natürlich
das Nostalgische in einem aufleben lässt (es sei denn, man hat auch
wirklich einen Bezug zur Schallplatte). Wertung: 5 von 6
"i start mourning" (uselinks.de)
Manchmal ist Neugierde ganz praktisch - wie in diesem
Fall, denn durch eben diese Neugierde hat "I Start Mourning"
den Weg in meinen Player gefunden und mich überrascht, und zwar positiv.
Die drei Österreicher verwöhnen die Ohren eine knappe Dreiviertelstunde
lang mit harmonischem Synthpop und Melodien, die schnell hängenbleiben
und in denen auch ein wenig Melancholie mitschwingt. Gleich die ersten
zwei Stücke besitzen echtes Ohrwurmpotenzial. Dazu eine angenehme
Stimme, was man ja auch nicht überall findet und auf die Texte darf
man durchaus achten. Wie schon die erste Scheibe ("What I prefer"
- VÖ 2004) besteht auch diese nicht nur aus neuen Stücken, sondern
ist mit Remixen garniert. Die persönliche Note, die Per-Anders Kurenbach
oder Thomas Rainer den Songs geben, lassen diese in einem z.T. flotteren,
fröhlicheren Licht erscheinen, während Torben Wendt "What
I Prefer" einen sehr gefühlvollen Anstrich mit Ecken und Kanten
verpaßt und ihm nicht zuletzt durch seine Stimme zusätzliche
Würze verleiht. Die Vielseitigkeit der Remixe zeigt eindrucksvoll,
wie wandelbar die Stücke sind, was sich einem noch nicht unbedingt
sofort beim ersten Hören erschließt. Es lohnt sich sich wirklich,
die Platte mehrmals zu hören! Mit "Schein Bar" ist auch
das erste Mal ein Stück in deutscher Sprache vertreten. Alles in
allem ist "I Start Mourning" ein schönes, gelungenes Werk,
auch wenn keine wirklichen "Kracher" drauf sind - es ist zwar
ruhig, aber keineswegs langweilig. Als nächstes würde ich mir
aber gern mal ein "richtiges" Album anhören .... ;-) (Bewertung:
3,75 von 5 Punkten)
"i start mourning" (re-flexion.de)
Im Januar 2004 führten die verzweigten Wege des
Schicksals die Pfade von Michael Ruin (Music), Gerd Hall (Music) und Eric
Nelson (Vocals) zusammen und dAVOS war geboren. Im November 2004 erschien
die erste EP-Veröffentlichung „What I Prefer“, die viele
positive Resonanzen hervorrief. Das sympathische Trio stammt nicht aus
der hochgelegenen Ferien- und Kongressstadt Davos in den Schweizer Bergen,
sondern aus der österreichischen Hauptstadt Wien. Bekannte österreichische
Vertreter dieser mystischen Szene sind unter anderem L’Âme
Immortelle und Mind.In.A.Box. dAVOS besitzt das Potential in dieselben
Fussstapfen zu treten und international bekannt zu werden. Die neue EP
„I Start Mourning“ umfasst insgesamt neun Songs, davon fünf
Titel als Remixes verschiedenster Künstler. dAVOS bietet elektronische
Popmusik, die begeistert. Die Stärken von dAVOS sind das Komponieren
von harmonischen Klangverbindungen, die sich in wunderschönen Melodiebögen
widerspiegeln, und die Gemüter der Zuhörerinnen und Zuhörer
höher schlagen lassen. Innovation und Experimentierfreude findet
man auf „I Start Mourning“ selten, doch das muss auch nicht
sein, wenn die Musik sonst überzeugen kann. Die Musik zeigt einen
deutlichen Hang zu den 80er-Jahren, in die Blütezeit dutzender genialer
Synthie-Bands. dAVOS lässt Nostalgie aufblühen und mich an die
unbekümmerte Jugendzeit erinnern, in der die Welt noch in Ordnung
war.
Der erste Song „What I Prefer“ ist ein hammerharter Elektro-Ohrwurm
mit viel Gefühl, der sich sofort in die Gehörgänge einnistet,
sich dort wohl fühlt und nicht mehr weg will. „Illuminate“
ist ebenfalls gut, doch kommt mir die Melodie während den Strophen
teilweise bekannt vor. Die Stimme von Eric und die Melodien tragen auch
die beiden nächsten Songs „Within Control“ und „Stakkato
Frames“ deutlich über den Durchschnitt. Die fünf Remixe
runden die EP passend ab; darunter befindet sich L’Âme Immortelle’
Leitfigur Thomas Rainer, Hannes Medwenitsch von Nature Destroyed und Torben
Wendt von Diorama, mit einer sehr gefühlvollen Version vom Track
„What I Prefer“. Selbst Per Anders Kurenbach (Exmitglied von
Psyche) konnte es sich nicht nehmen lassen, den Titel „Stakkato
Frames“ in seinem ganz persönlichen Stil entsprechend zu remixen.
Für die Zukunft wünsche ich dAVOS eine Prise mehr Mut für
innovativ Neues, denn das könnte, die bisher gute Musik nur noch
bereichern und verfeinern. Alle Fans von De/Vision, Mesh, Ultravox und
New Order sollten unbedingt in „I Start Mourning“ hineinhören
und werden ein Nostalgie-Wunder erleben. Schade, dass auf „I Start
Mourning“ nur vier unterschiedliche Songs zu hören sind. Bringt
uns bitte bald das erste Album!
"i start mourning" (Gallo/ medienkonverter.de)
Das Wiener Trio dAVOS meldet sich nach dem Erstlingswerk
'What I Prefer' vor ca. einem Jahr mit ihrer neuen EP mit dem Titel 'I
Start Mourning'zurueck. Nach anfaenglichen Vertriebsproblemen ist die
EP, die auf Per Anders Kurenbach's Label 'Hungry Moon Records' erschienen
ist, nun ueberall erhaeltlich. Und genau dieser Herr Kurenbach, seinerzeit
Mitglied von Psyche, hat sich zu den drei Jungs ins Studio gesellt und
fleissig an den Reglern mitgemischt. Dabei rausgekommen ist ein wuerdiger
Nachfolger des Debut-Releases, der auch verwirrenderweise mit dem gleichnamigen
Track der Vorgaenger-EP beginnt, wobei dieser auf der letzten EP nicht
enthalten war. 'What I Prefer' ist eine ausgeglichene Synthpop-Nummer
mit rundem Refrain und angenehmen Vocals von Saenger Eric Nelson. Der
zweite Titel 'Illuminate' gibt gleich ein bisserl mehr Gas, ohne aber
vom leicht Tristen und Tragischen abzuweichen. Mit 'Within Control' und
'Stakkato Frames' folgen zwei deutlich langsamere Tracks, die dann von
fuenf Remixes abgeloest werden. Zwei Remixes von 'What I Prefer' sind
darunter, Diorama und L'ame Immortelle zeigen sich hierfuer verantwortlich,
wobei Thomas Rainer von LAI den Mix etwas basis-orientiert angesetzt hat,
was der Nummer aber gut steht. Torben Wendt von Diorama und sein Remix
sind etwas ausfuehrlicher geraten, leicht experimentelle sphaerische Sounds
erfreuen und fuehren leicht weg vom doch typischen Synthpop/Futurepop-Sound,
Diorama eben - sehr gelungene Version! Ex L'ame Immortelle Mitglied Hannes
Medwenitsch aka Nature Destroyed hat sich um 'Illuminate' gekuemmert,
mit etwas mehr Beat und treibenderen Sounds. PA Kurenbach hat sich der
anderen beiden Mixes angenommen und schlaegt vor allem mit 'Stakkato Frames'
ziemlich ein, starke Produktion, der andere Track 'Schein Bar' - die erste
deutschsprachige Nummer von dAVOS - sollte aber auch nicht vernachlaessigt
werden! Aber am besten, Ihr bildet Euch eine eigene Meinung und hoert
in die Nummern auf der offiziellen dAVOS Homepage rein. Ich bin abermals
sehr begeistert von dAVOS, meine Anspieltips sind 'What I Prefer', 'Illuminate'
und die beiden oben loeblich erwaehnten Remixes von Diorama und PA Kurenbach.
Ich bin schon gespannt, wann sich ein ganzer Longplayer von den drei Herren
aus Wien blicken laesst! Und da wird dann vielleicht die Nummer 'I Start
Mourning' als Intro gruessen?! ;-) (Bewertung: 5 von 6 Punkten)
"i start mourning" (Nuuc/ elektrauma.de)
Was mit "What I Prefer" so glanzvoll begonnen
hatte, endete zunächst erst mal abrupt. Das österreichische
Trio musste sein Plattenlabel wechseln. Von Modern Entertainment ging
es zum neuen Label Hungry Moon, das von Per Anders Kurenbach (Psyche)
ins Leben gerufen wurde. Daher ist die zweite EP "I Start Mourning"
mit Verspätung erschienen. Aber schlussendlich ist sie nun auf dem
Markt. Und was sich bei der ersten EP angedeutet hat, entfaltet sich nun
noch mehr. Die Melodien sind richtig catchy geworden, noch einprägsamer
als bei der Vorgänger EP. "Illuminate" und "Stakkato
Frames" sind die herausragenden Songs, da sie durch ein grandioses
Arrangement unweigerlich im Kopf des Hörers hängen bleiben.
Was Davos auch so einzigartig macht: Sie praktizieren einen bombastischen
Wave, wie man es nur von The Eternal Afflict her kennt, ohne diese aber
zu kopieren. Lediglich die Stimmung, die diese Stücke erzeugen, ist
identisch mit der Kultformation der 90er. Neben den fünf neuen Stücken
gibt es auch wieder einige Remixe (unter anderem ist auch wieder oben
genannter Per Anders Kurenbach mit von der Partie), die sich hören
lassen können. Besonders Torben Wendt von Diorama hat eine geniale
Version von "What I Prefer" abgeliefert. Torben selbst sang
den Text neu ein und damit nicht nur einen Remix, sondern gleich eine
ganze Coverversion gemacht, die wahrlich unter die Haut geht und das Stück
noch mal in einem anderen Licht zeigt. Wie die erste EP, so hat mich auch
die zweite EP überzeugt. Jetzt muss es aber doch endlich geschehen,
dass wir eine ganze CD zu hören bekommen. Je eher, desto besser.
(Bewertung: 5,5 von 6 Punkten)
"What
If Prefer" (Gregor Plum/ Sonic Seducer 05/05)
dAvos ist der Name eines neuen Sterns, der in diesem
Jahr erstmals am Eletro Pop Himmel auftaucht. "What I Prefer"
heisst die Debüt-EP der aus Wien stammenden Formation, die mit drei
Songs und vier Remixen aufwartet. Wie bei Synthie-Pop Bands Usus, liegen
die Stärken von dAVOS weniger in Innovation und Experimentierfreude,
als vielmehr im exzellenten Songwriting. Obwohl dAVOS laut eigener Aussage
(siehe Story) von nichts und niemandem beeinflusst wurden, charakterisieren
New Wave- und melancholische Synth-Pop-Sounds der 80er die Originalversionen
der Songs "These Days", "Collite" und "Private".
Eher selten dagegen ist die Tatsache, dass die Fremdremixe der Songs "Collite"
und von Psyche-Keyboarder Per Anders Kurenbach bzw den Dynamic Masters
und "These Days", neu abgemischt von Equatronic, echte Alternativen
zum Original darstellen. Der Grund dafür ist sicher, dass die Remixer
darauf verzichtet haben, die Songs, wie in letzter Zeit üblich -
kaputt zu mixen. Dennoch ist es ihnen gelungen, eine eigene Note, Abwechslung
und Ideenreichtum einzubringen. Fazit: Den Synth- und Future-Pop Hassern
liefern dAVOS keine Argumente, ihre Meinung zu ändern. Insbesondere
Freunde der pop- und wavelastigeren Klänge sind mit "What I
Prefer" aber bestens bedient und sollen darüber hinaus den noch
jungen Stern im Auge behalten.
"What
If Prefer" (Klee/ Zillo Ausgabe 2005/04)
Jede Bewegung motiviert ihren Gegenstrom. Und sei er
noch so antiquiert. Während also die Elektronik immer härter
und rauer zu werden scheint, besinnen sich einige Bands auf den Spirit
von einst zurück. So auch das österreichische Trio dAVOS. Auf
ihrer Vorab-EP "What I Prefer" stehen Harmonien und Songwriting
ganz vorn. Die drei Stücke "These Days", "Collite"
und "Private" klingen tatsächlich so, als seien sie in
den frühen Neunzigerjahren entstanden. Spartanische Analogsounds
und simple Melodien hauchen jenem Stil wieder synthetisches Leben ein,
der zurzeit vielerorts an seiner eigenen Vielfalt zu Grunde zu gehen scheint.
Die Assoziation früher De/Vesion Demos liegt daher nicht allzu fern.
Zumal hier auch bei den reichhaltigen Remixen Wert auf Ursprünglichkeit
gelegt wurde. Dass, Psyche Per Anders Kurenbach den richtigen Dreh gefunden
hat, wird niemanden verwundern. Doch auch die drei alternativen Versionen
erzählen von einer Zeit, als Maxis ihren Namen noch verdient haben.
Einige altgediente Plattensammler sollten auf Anhieb verstehen, wovon
ich hier rede – und dAVOS sehr gut im Auge behalten!
What
If Prefer" (Orkus Ausgabe 2005/04)
Österreich hat schon einige interessante Bands hervorgebracht.
Man denke nur an die sehr erfolgreichen Lame Immortelle oder die senkrechtstarter
mind.in.a.box. Nun gibt es mit dAVOS wieder eine Formation, die sich wahrlich
nicht zu verstecken braucht. Ihr Sound erinnert an New Order, die Gesangtechnik
lässt vergleiche mit the Eternal Afflict zu. Gerd Hall, Michael Ruin
und Eric Nelson sind die kreativen Köpfe hinter dAVOS und verstehen
sich gut auf eingängige und tanzbare Musik. Die auf dieser CD pränsentierten
stücke “These Days“, “Collite“ und “Private“
haben allesamt einen hohen Wiedererkennungswert. Vor allem erstgenannter
Track entwickelt im Refrain eine unglaubliche Kraft und zieht den Hörer
unweigerlich in den Bann. Als Nachschlag gibt es noch Remixe von “These
Days“ und “Collite“ und neben den wenig bekannten Dynamic
Masters oder Equatronic hat sich kein geringerer als Per-Anders Kurenbach,
quasi Wieder-Mitglied bei Psyche, gleich zu zwei interessanten Versionen
bereit erklärt. Ein gelungener Einstand, mehr ist dazu nicht zu sagen.
"What
If Prefer" (Marco Meier/ www.re-flexion.de)
Die drei sympathischen Jungs aus Wien, deren Konzerte
seit Jahren in der dortigen Szene ein Geheimtipp sind, haben endlich ihr
Debüt veröffentlicht. Mit „Collite“ wird der Hörer
um zwanzig Jahre zurück versetzt, als die analogen Synthesizers noch
die Grösse eines Schreibtisches hatten. Leider konnte ich nicht mehr
Informationen über die Band Davos ausfindig machen, ausser, dass
Davos ein schöner Touristenort in den Schweizer Bergen ist. Auf der
8-Track-EP befinden sich drei unterschiedliche Songs und fünf Remixe.
Die CD beginnt mit dem Song „These Days“, welcher sich gleich
in die überraschenden Gehörgänge einnistet. Was hier geboten
wird, ist eingängiger Synthiepop mit einer unverkennbaren Melodie
und einer tragenden Stimme. „Collite“ heisst der zweite Song;
ein wunderschöner Refrain trägt den Song deutlich über
den Durchschnitt. „Private“ überrascht erneut mit intelligentem
Songwriting und einem hervorragenden Gespür für schöne
Melodien, welche zum Tanzen und Mitsingen einladen. Warum diese Band noch
in unbekannten Gefilden schwelgt, ist mir ein Rätsel. Als Remixer
für zwei Versionen von „Collite“ war Herr P. Kullenbach
von der Kultband Psyche am Werk, einmal in der Short- und der Long-Version.
Die beiden Versionen sind deutlich tanzbarer. Für weitere Remix-Arbeiten
sind Equatronic und Dynamic Masters verantwortlich, dazu noch der Childer
Remix. Alle habe ihr Arbeit gut gemacht, auch wenn sich die Remixe nicht
weit von den Originalen entfernen. Alle Fans von De/Vision, Mesh und New
Order sollten unbedingt in „What I Prefer“ hineinhören
und werden ein Wunder erleben. Schade, dass auf „What I Prefer“
nur drei unterschiedliche Songs zu hören sind. Davos, ab ins Studio
mit euch und komponiert neue Perlen. Bewertung: 85%
"What
If Prefer" (Marlies Staudacher/ http://www.festivalwelt.de)
Das erste, was einem beim Hören dieser CD auffällt,
ist die Synthesizer-Lastigkeit des Albums und das erste, was einem beim
Durchlesen der Tracklist auffällt, ist, dass trotz acht Tracks eigentlich
nur drei verschiedene Lieder auf dieser CD zu finden sind. Wie kann das
gehen, fragt sich der mathematisch Viertel- bis Halbgebildete? Ganz einfach,
auf die drei Lieder (These Days, Collite und Private) kommen fünf
Remixe. Wiederum rein mathematisch erschlossen sieht man, dass fünf
von acht 62,5% ergibt. What I Prefer besteht also mehr als zur Hälfte,
die ja bekanntlich 50% ist, aus Remixes. Soweit zu den statistischen Fakten,
die wiederum zu der Frage führen, wieso so viele verschiedene Versionen
eines, bzw. in diesem Fall zweier Lieder? Die erste Version von "These
Days" reiht sich in den Kreis der klassischen Dark-Wave Synthiehymnen
von Bands wie etwa Silke Bischoff (bzw. 18 Summers) ein. Der Vergleich
liegt vielleicht auch wegen der ähnlichen Stimmlage der Sänger
von dAVOS und SB/bzw. 18S nahe. Wie aber klingt es in den zwei auf der
CD vorhandenen Remixes? Die zweite Version ist viel EBM lastiger als das
Original, auch etwas gezogener, der Gesang und die Melodie stehen zugunsten
des "gepeitschten" Rhythmus im Hintergrund und so fort. Für
das ganze Album gilt, dass man eindeutig einen roten Faden im Verhältnis
Lieder zu deren Remixes erkennt, das heißt, die "Rückmischungen"
sind nie so entfremdet, dass sie wie ein völlig anderes Lied anmuten
und doch hat jede Version ihren eigenen Charme, der verschiedene Stimmungen
und Schattierungen einfängt und dessen Tiefe sich zu ergründen
lohnt. Bewertung: 4 von 5 Sternen
Live-Reviews von dAVOS Konzerten gibt es hier:
Live
Artikel
NEU Interview
mit dem Webmagazin Elektrauma (www.elektrauma.de)
zum Debutalbum "Just Like Mine" (12/2007) geführt
von Andreas Romer und Michael Ruin:
Hallo dAVOS! Wie geht's euch? Der VÖ
eures Debutalbums steht vor der Tür! Seid ihr sehr nervös? Ist
nicht mehr lange hin bis zum 14.12. ;-)
Michael: Na ja, ein bisschen nervös ist man natürlich schon.
Da steckt sehr viel arbeit und herzblut dahinter und unser label
muss natürlich auch schauen, dass es ihr geld wieder hereinbekommt.
hoffen wir das beste!
Könnt ihr euch den Lesern, die euch noch nicht kennen,
bitte einmal vorstellen? Woher kommt der Bandname dAVOS und
wer steckt dahinter?
Michael: Wir wollten von anfang an einen namen, der nichts über
die musik aussagt oder irgendeinem song oder albumtitel entliehen
ist. Da wir auch alle "schweiz-fans" sind und "zauberberg"
von thomas mann ein grossartiges werk ist, sind wir auf "dAVOS"
gekommen. Die band besteht aus michael ruin, eric nelson und
gerd hall.
Wie würdet ihr euren Musikstil beschreiben? Wie und
nach was klingt dAVOS?
Michael: Ich würde das ganze als "wave-pop" beschreiben.
Obwohl unsere musik immer wieder als "synthiepop"
bezeichnet wird. Synthiepop ist für mich elegant machinery,
erasure oder edenfled. So klingen wir schon mal nicht, weil
wir auch viel gitarre verwenden und bei einem songs am album
haben wir echtes schlagzeug verwendet.
Habt ihr innerhalb der Band eine Aufgabenteilung?
Michael: Im prinzip nicht. Gerd und ich machen meist die instrumentals
und dann schreiben wir zusammen die texte und machen die gesangslinie.
Wichtig ist für uns aber immer, dass der song in einer session
fertig ist, um die gegenwärtige stimmung nicht zu verfälschen.
Man ist ja nicht jeden tag gleich gelaunt. Mal geht's schlecht,
dann besser.
Könnt ihr uns was über euren musikalischen Background
erzählen? In welchen Bands ward ihr früher tätig und wann habt
ihr begonnen Musik zu machen?
Michael: Ich habe so mit 14 angefangen musik zu machen. Zuerst
natürlich noch mit einer band, wollten wohl so was wie die zweiten
"the cure" werden. Mit der zeit war das herumdiskutieren
aber zu anstrengend, 5 leute in einer band funktioniert nur,
wenn es einen chef gibt, damals waren es 5 chefs und weil ich
dann etwas mehr harmonie wollte, machte ich dann synthpop, später
ein bischen ebm und ab 1995 habe ich dann mit helmut prixs und
später dann mit gerd hall "sharon next" gemacht. Wir
veröffentlichten 2 alben, die sich nicht schlecht verkauften,
hatte dann aber ende 2003 das bedürfnis nach mehr pop. Am 2.1.2004
lernten wir eric dann in einer karaokebar kennen und lieben.
Gabs ein Schlüsselerlebnis? Ein bestimmter Song oder
ein Musikinstrument, was man als Kind geschenkt bekommen hat?
Michael: Das war "nick rhodes". Der hat einfach so
gut gewirkt, das wollte ich auch machen. Da mir gitarre auch
zu mühsam zum erlernen war, kaufte ich mir nach ein paar "casio"
keyboards und meinen ersten synthie, einen kawai k1.
Durch Zusammenarbeiten mit And One, L'ame Immortelle
und Psyche habt ihr euch schon eine hohe Hausnummer in der deutschsprachigen
Electro-Szene verschafft. Ist man mit den genannten Bands befreundet
oder wie kam es zu diesen Konstellationen?
Michael: Befreundet?! Also mit steve hatte ich schon mehr kontakt,
im moment schreiben wir uns ab und zu mails und man sieht sich
halt, wenn wir ihn supporten. Thomas treffen wir ab und zu beim
ausgehen und mit darrin haben wir derzeit keinen kontakt. Steve
habe ich 1997 in nordhausen kennengelernt. Nach dem konzert
teilten wir uns das gleiche hotel und für ein paar stunden auch
das gleiche zimmer. Gelaufen ist aber nix, da wir beide hetero
sind. Thomas kennen wir schon seit seinen frühen anfängen, freut
mich, was er unglaubliches erreicht hat. Anfangs haben sie sich
immer wieder einmal das eine oder andere gerät zum musikmachen
ausgeborgt. Und darrin habe ich damals, als wir remixer gesucht
haben, angeschrieben und da ihnen unser demo gefallen hat, ist
es zu einer zusammenarbeit gekommen. zu der zeit stieß auch
per wieder zu psyche, wenn remi nicht ausgestiegen wäre, hätte
vermutlich er den remix gemacht und per hätten wir nie kennengelernt.
Ein schrecklicher gedanke.
Mit den beiden Eps "I Start Mourning" und
"What I Prefer" habt ihr bereits 2 randvoll gepackte
Silberlinge veröffentlicht, die neben einigen Hits auch sehr
gute Remixes von namenhaften Bands enthalten. Ihr hättet also
vor einiger Zeit schon fast ein komplettes Album zusammen gehabt.
Wieso habt ihr euch für diesen eher ungewöhnlichen Weg entschieden?
Michael: Wir wollten erst etwas warm werden. Nach dem wir uns
2 monate gekannt haben, verschickten wir ein paar demos und
bekamen sofort ein angebot. Eine ep war da die logische konsequenz.
Dann haben uns alle zu einem album gedrängt, aber ich war der
meinung, noch eine ep wäre für uns besser. Dass wir dann noch
2 singles/eps rausbringen würden, damit konnte ja keiner rechnen.
Den "sisters of mercy" rekord mit 8 singles/eps vor
dem debut album haben wir leider nicht gebrochen. Das wäre dann
finanziell zu aufwendig gewesen.
Ihr habt dieses Jahr sogar eine Split-Vinyl-Single mit
dem Namen "Fruit Of Joy" veröffentlicht. Vinyl vs.
MP3? Wolltet ihr damit ein Statement gegen den momentanen Trend
setzen?
Michael: Ja, natürlich. Ich kann es nicht verstehen, warum sich
leute songs herunterladen. Das gesamtpacket ist doch entscheidend.
Das booklet, das cover, die musik. Und 7inch ist total sexy,
es gab sogar leute, die sich extra wegen uns dann einen plattenspieler
gekauft haben. Natürlich bleiben die beiden songs/remixe auch
exklusiv. Ja, die gute alte single. Ich hoffe, dass es nie soweit
kommt, dass keine cds mehr veröffentlicht werden. Dann würde
ich meinen lebensmittelpunkt verlieren. Für mich war der niedergang
der schallplatte schon ein drama. Zum glück gibt's viele veröffentlichungen
wieder auf platte. Sollte unser album gut ankommen, wird's dann
in ein paar monaten unser werk auch auf vinyl geben.
Anfang Oktober habt ihr zusammen mit Jan W. eine EP
veröffentlicht, die sich thematisch um ein brisantes Thema dreht.
Könnt ihr uns dazu noch mal näheres erzählen? Wie kam es zur
Wahl dieses Themas und der Zusammenarbeit mit Jan W.?
Michael: Das ist ein thema, dass mich schon immer sehr berührt
hat. Es ist auch anscheinend völlig egal, wenn du ein kind missbrauchst
und tötest. 3 jahre auf einem bauernhof, rasenmähen, fussballspielen
und jeden tag eine gesprächstherapie reichen, um wieder als
geheilt entlassen zu werden. Das ist auch nicht so dahin gesagt,
sondern ich weiss das leider aus meinem persönlichem umfeld.
Aber welche folgen das ganze hat, sehen wir fast täglich in
den medien. Wir wollten mal was für die opfer tun, dass sich
die justiz leider immer nur um die täter kümmert ist ja bekannt.
Täter bekommen psychologische betreuung, opfer müssen die selbst
bezahlen. Mit dem 1 euro den wir pro verkaufte "cindy ep"
spenden, können wir etwas helfen. Da jan w. sich in seinen songs
auch öfter mit dem thema auseinander gesetzt hat und wir uns
mit ihm und seinem team sehr gut verstanden haben, lag die zusammenarbeit
auf der hand.
Euer Album wird den Titel "Just Like Mine"
tragen. Welche Bedeutung hat der Albumtitel für euch? Um was
geht es inhaltlich auf eurer CD?
Michael: Es geht - wie schon bei den letzten veröffentlichungen
- um uns. Manchmal ist so eine seelenstriptease auch sehr anstrengend,
aber so ist das nun mal.
Beim Hören eures Debuts wird ganz schnell deutlich,
dass Abwechslung gross geschrieben wird was Sounds und Stimmung
angeht. Wie entsteht bei euch ein Song?
Michael: Wie gesagt, zuerst kommen die instrumental und dann
machen wir die texte dazu. Dann lassen wir den song etwas ruhen
und später geht's dann mit den ganzen synthies zu per und überlegen
uns, was kann man verbessern, was wird hervorgehoben, usw. Wichtig
war für uns auch unsere alten instrumente wie einen "ms
20" oder "mini moog" zu verwenden. Die extremen
baselines bekommen wir auch immer mit dem "oberheim expander"
hin. Das problem, was ich mit vielen cds die ich in letzter
zeit kaufte habe, ist, dass man genau hört, dass das gesamte
album am laptop entstanden ist. Da lobe ich mir die "amaroid"
von "diorama".
Als Produzent stand euch Per-Anders Kurenbach von Psyche
zur Seite. Wie kann man sich die Arbeit mit ihm zusammen vorstellen
und welchen Einfluss hatte er auf "Just Like Mine"?
Michael: Per-anders ist zum einen der netteste mensch, den ich
in meinem ganzen leben kennengelernt habe. Zum zweiten versteht
er uns sehr gut, und bringt durch seine ruhige art auch etwas
frieden in unsere band, ohne die wir uns vielleicht in der hitze
des gefechts schon lange zerfleischt hätten. Wenn man einen
song geschrieben hat, dann ist es einem auch nicht egal, wie
das ganze am ende klingt. Sein einfluss war schon gross, bestimmte
songs haben sich verändert, andere klingen wiederum wie die
demos. Das nächste mal wird er wieder ins team geholt, jetzt
brauchen wir aber ein paar wochen pause, da wir am ende der
aufnahmen schon ziemlich an unsere grenzen gegangen sind. Bei
den eps war es leichter..
Für euch gibt es seit Kurzem eine neue Labelheimat,
und zwar Synthom Records. Wie kam diese neue Konstellation zu
Stande?
Michael: Wir haben mit jan w. im mai ein konzert in brandenburg
gegeben und da hatten wir schon viel spass mit dem team. Dann
haben wir die "cindy" platte mit ihnen gemacht, noch
ein konzert, und da haben sie uns gefragt, ob wir nicht bei
ihnen veröffentlichen wollen. Da waren wir plötzlich in der
"unangehmen" situation, mehrere 100%ige angebote zu
haben. Auch von einem der führenden labels in europa. Im endeffekt
haben wir uns deshalb für "synthom" entschieden, weil
wir die leute sehr mögen und sie uns null in die songs reinreden.
Bis jetzt läuft es ja bestens, hoffe das album kommt dann auch
beim hörer an.
Was ist euch persönlich wichtig im Leben? Was habt ihr
für persönliche Ziele und Träume?
Michael: Ich kann nur für mich sprechen. Meine familie, musik,
trinken und mein aquarium. Mein ziel ist es, glücklich zu werden.
Das will ich erreichen...alle bösen geister vertreiben.
Was waren die letzten 3 CDs, die ihr euch gekauft habt?
Michael: Michigan: pulse of pain, Diary of dreams: nekrolog
43, Cyan inc.: better leave me dying
Gibt es sowas wie Alltime-Favourite-Alben bei euch?
Wenn ja, könnt ihr 5 Klassiker nennen?
Michael: 5 ist sehr schwierig, da ich seit meine 10. lebensjahr
platten kaufe. Aber ich probiere es: new order: technique, the
smihts: the queen is dead, marc almond: enchanted, front 242:
offical version, placebo: meds
Was waren eure schönsten Konzerte, die ihr gegeben habt?
Michael: Ich glaube, das letzte in finnowfurt. 900 zahlende
gäste und einige, die schon mitsingen konnten und viele, die
unsere songs kannten. Aber so richtig schlechtes hatten wir
bis jetzt noch nicht. Natürlich ist es als support schwierig,
konzerte für gruppen wie "and one" und jan w. zu geben.
Das sind gruppen, die eine starke "fanbase" haben
und diese nicht wirklich an einem support interessiert ist.
Ob ein konzert dann ankommt, merkt man erst hinterher an den
cd verkäufen und mit denen waren wir eigentlich immer zufrieden.
Auf was legt ihr am meisten Wert bei euren Gigs?
Michael: Dass beim soundcheck schon alles funktioniert. Wenn
der passt, kann eigentlich nichts schief gehen. Beim gig machen
ich mir dann weniger sorgen. Gerd und ich wissen, was zu tun
ist und mit eric haben wir einen sänger der sicher zu den top
5 in mitteleuropa zählt.
Wird es eine Tour geben, wo ihr euer Debutalbum präsentieren
werdet?
Michael: Na, eine tour wird es erstmal nicht geben. Wir hoffen
auf viele einzelshows, ein paar sind ja schon fix und wenn das
album gut läuft, dann nach der veröffentlichung unseres zweiten
albums im dezember 2008.
Was steht bei euch im Jahr 2008 an? Gibt es schon Pläne?
Michael: Ja, eine neue single/ep im frühling und im winter dann
das zweite album. Na und möglichst viele konzerte spielen. Obwohl
das immer recht anstrengend ist, wir übertreiben es immer mit
dem feiern. Man kann aus seiner haut aber nicht heraus.
Wie werden dAVOS Weihnachten feiern? :)
Michael: Ganz konservativ mit familie.
Vielen Dank für das sehr ausführliche und interessante
Interview! Viel Erfolg mit dem genialen Debutalbum "Just
Like Mine"! Die letzten Worte gehören euch:
Michael: Wir haben zu danken. Hört rein in unser album, ihr
werdet es nicht bereuen. www.davos-music.com www.myspace.com/musicdavos
Über die davos'sche Musik und
die Welt (Marco Meier/ Re-Flexion
08/ 2006)
Im Januar 2004 führten die verzweigten
Wege des Schicksals die Pfade von Michael Ruin (Music), Gerd Hall (Music)
und Eric Nelson (Vocals) zusammen und dAVOS war geboren. Im November 2004
erschien die erste EP-Veröffentlichung „What I Prefer“,
die viele positive Resonanzen hervorrief. Das sympathische Trio stammt
nicht aus der hochgelegenen Ferien- und Kongressstadt Davos in den Schweizer
Bergen, sondern aus der österreichischen Hauptstadt Wien. Die neue
EP „I Start Mourning“ umfasst insgesamt neun Songs, davon
fünf Titel als Remixes verschiedenster Künstler. Was es mit
dem Namen dAVOS, den neuen Titeln und ihrem Heimatland Österreich
auf sich hat, könnt ihr in den nächsten Zeilen herausfinden.
re-flexion: Zuerst die dringende Frage nach eurem Bandnamen
dAVOS. Dieser verwirrt mich als Schweizer, denn ich assoziiere ihn mit
dem bekannten Kurort Davos in den Schweizer Bergen. Was steckt dahinter?
dAVOS: Wir wollten einen kurzen und prägnanten Namen;
uns aber auf keinen Fall nach irgendwelchen Songs, Alben oder Büchern
benennen. Da wir große „Schweizfans“ sind, war dAVOS
nahe liegend. Übrigens ist der Ort eine Reise wert.
re-flexion: Wie führten euch 2004 die Pfade des
Schicksals zusammen? Kanntet ihr euch schon von früher?
dAVOS: Ich kenne Gerd schon seit mehr als zwölf
Jahren und spielte mit ihm schon bei Sharon Next. Eric sahen wir zum ersten
Mal am 2. Januar 2004 in einer Karaokebar in Wien.
re-flexion: Ihr spielt auf beiden EPs „What I Prefer“
(2004) und „I Start Mourning“ (2006) gefühlvollen und
melancholischen Elektro-Pop. Ist das eure musikalische Richtung, die ihr
seit Kindheit verfolgt? Wie hat sich euer Stil entwickelt? Was für
Entwicklungen sind in Zukunft noch möglich?
dAVOS: Begonnen hat alles mit Duran Duran, später
kamen dann A-ha, Depeche Mode, New Order, The Smiths und hunderte andere
Bands hinzu. Wichtig war mir immer, dass die Musik schön und traurig
ist. Positive oder fröhliche Musik macht mich wirklich krank. dAVOS
geht für mich genau in die richtige Richtung. Melancholisch, aber
nicht depressiv. Der Stil entwickelte sich bei uns irgendwie automatisch.
Eine Idee und alle springen darauf, und die Reise kann beginnen.
re-flexion: Ich habe ab und zu das Gefühl, dass
ihr von renommierten Szenen-Bands wie zum Beispiel Wolfsheim inspiriert
wurdet. Ist dies purer Zufall oder verbinden euch vergangene Erinnerungen
damit?
dAVOS: Ja, Wolfsheim mag ich sehr gerne. Ich traf auch
einmal Peter Heppner im Rahmen der Popkomm 1999 im Hotel. Es waren zwei
schöne Stunden. Aber dass uns Wolfsheim inspiriert, glaube ich nicht.
Vielleicht leben Peter Heppner und ich in ähnlichen Umständen
mit ähnlichen Gefühlen. Ich glaube, dass bestimmte Menschen
einfach durch bestimmte Erfahrungen bestimmte Musik machen.
re-flexion: Eure Debüt-EP heißt „What
I Prefer“, worauf kein Titel mit demselben Namen vorhanden ist.
Eure aktuelle Veröffentlichung heißt „I Start Mourning“,
worauf sich der Titel „What I Prefer“ befindet. Ist dies Zufall?
Welche Idee versteckt sich dahinter? Können wir auf der nächsten
Veröffentlichung mit einem Titel namens „I Start Mourning“
rechnen?
dAVOS: Das hat sich irgendwie so ergeben. Finde ich aber
ganz lustig, denn so weiß man immer, wie der erste Song der kommenden
Platte heißen wird.
re-flexion: Der EP-Titel „I Start Mourning“
klingt alles andere als glücklich und euphorisch. In was für
einem Trauerzustand befindet ihr euch?
dAVOS: Im Moment geht es ganz gut. Leider hatte einer
von uns eine mittelschwere Krise, so dass wir keine Konzerte und keine
Songs aufnehmen konnten. Jetzt geht es wieder. Der Titel gefiel uns einfach
und passte sehr gut.
re-flexion: Eure Musik ist wunderschön harmonisch,
aber stimmt eine unbeschreibliche Wehmut und Melancholie an. Was drückt
ihr mit eurer Musik aus. Was verarbeitet ihr damit?
dAVOS: Wir drücken uns damit aus. Es geht nur um
uns. Keine Erfindungen, keine Erzählungen, nur Erlebtes. Das war
auch von Anfang an so geplant. Hat (hatte) einer ein kleines Problem mit
(oder ohne) Drogen wird das beschrieben. Ich sag nur „Chase The
Dragon“.
re-flexion: Wie läuft ihr generell als Menschen
durch die Welt, wenn ihr von Kriegen (aktuelle Krise Israel/Libanon),
Naturkatastrophen (Tsunami, Klimaerwärmung) und Zerstörung der
Lebensräume für Tiere und Pflanzen hört? Was denkt ihr
darüber? Wie geht ihr damit um?
dAVOS: En schwierige Frage. Ich kann nur mein nahes Umfeld
nach meinen Vorstellungen gestalten. Wenn ich ehrlich bin, habe ich schon
vor langer zeit damit aufgehört Zeitungen zu lesen oder Nachrichten
zu schauen. Mein ganzes Interesse gilt der Musik und meinem Freundeskreis.
Wenn man zuviel in der Wirklichkeit verbringt, wird man nur depressiv.
Würde jeder Mensch in seinem Umfeld mit Verbesserungen beginnen,
würde die Welt automatisch besser werden. Das wäre einmal ein
Anfang.
re-flexion: Ist dAVOS ein Ventil für die Verarbeitung
eurer Lebenseindrücke/-stellungen bezüglich dem Weltgeschehen?
Nehmt ihr eine Aufgabe als Musiker diesbezüglich wahr?
dAVOS: Wir würden niemals politische Themen behandeln
oder den Leuten unsere Vorstellungen verkaufen. Genau das mochte ich nie
an Phillip Boa, diese „Gutmensch-Scheisse“. Da lobe ich Bands
wie The Cure oder New Order, denn die singen nur über die Gefühle.
re-flexion: Wie sind die Aufnahmen zur neuen EP „I
Start Mourning“ entstanden? Wie sieht die Rollenverteilung innerhalb
von dAVOS aus? Gab es in der Arbeit Unterschiede zur Debüt-EP „What
I Prefer“?
dAVOS: Die Aufnahmen entstanden dieses Mal bei Per Anders
Kurenbach in Essen. Das ganze war schon ein bisschen professioneller als
beim Debüt. Wir haben auch eine gute Basis mit Per. Er versteht,
was wir wollen und lenkt die Songs so immer in die Richtung, die wir mögen.
Das letzte Mal arbeiteten wir in Wien. So konnten wir nach den Aufnahmen
immer besoffen nach Hause wanken. Der Produzent soff auch immer mit, und
so mussten wir ständig wieder von vorne beginnen. Trotzdem war „What
I Prefer“ für uns die richtige Platte zur richtigen Zeit. Die
einzige Rollenverteilung bei dAVOS ist jene, dass Eric singt, sonst darf
jeder machen, was er will: texten, spielen… Da wir dAVOS sind, kann
dabei auch nur dAVOS herauskommen.
re-flexion: Gibt es spezielle Momente, in denen ihr besonders
empfänglich für neue Song-Ideen seid? In welchem Zusammenhang
ist der Song „What I Prefer“ entstanden?
dAVOS: Der besondere Moment ist, wenn wir zusammen sind.
Wir haben ein halbes Jahr zusammen gewohnt, was recht intensiv und inspirierend
war. Wir haben da zeitweise tagelang das Haus nicht verlassen. In so einem
Moment ist auch der Song „What I Prefer“ entstanden. Tue mal
nur das, was du willst. Na ja, ein klein bisschen Paranoia hat auch mitgespielt.
Als dann jeder wieder in die eigene Wirklichkeit zurückkehrte, war
es aber auch nicht wieder schlecht.
re-flexion: Ich selber schreibe Phantasiegeschichten
und weiß nie richtig, wann die Erzählungen endgültig fertig
sind. Eigentlich sind sie nie fertig. Ich könnte jeden Tag wieder
Abschnitte korrigieren und ergänzen. Wann ist für euch ein dAVOS-Song
fertig?
dAVOS: Ein Song ist für uns dann fertig, wenn wir
glauben, dass er fertig ist. Du könntest ewig an einem Instrumental
arbeiten, aber wir hatten uns von Anfang an ausgemacht, nie länger
als einen Tag daran zu arbeiten. So behält man die einzigartige Stimmung.
Man ist nicht jeden Tag gleich drauf; einmal geht es einem schlecht, dann
sehr schlecht, dann wieder besser.
re-flexion: Könnt ihr mir etwas über die inhaltlichen
Themen bei dAVOS erzählen, denn ich bin der englischen Sprache nicht
so mächtig? Wie wichtig sind für euch die Texte?
dAVOS: An den Texten arbeiten wir eigentlich immer länger
als am Instrumental. Insofern sind uns die Texte mindestens so wichtig
wie die Musik. Zum Glück merke ich auch, dass die Leute unsere Texte
sehr schätzen. Was wären The Smiths ohne Morrissey’s Texte
gewesen?
re-flexion: Ihr kommt aus Österreich. Was gibt es
über das Land und die elektronische Szene zu erzählen? Außer
L’Âme Immortelle, Mind.In.A.Box und natürlich dAVOS kenne
ich wenige musikalische Größen, ausgenommen meinem Idol Hansi
Hinterseer natürlich.
dAVOS: Den Hansi haben wir sogar mal zufällig kennen
gelernt, der war sehr nett und natürlich. Wenn so viele Leute seine
Musik mögen, hat sie zweifelsohne ihre Berechtigung. Die Szene in
Wien ist eigentlich sehr gut. So ziemlich alle relevanten Bands spielen/spielten
schon einmal bei uns. Da kann man eigentlich recht zufrieden sein.
re-flexion: Wie kam auf „I Start Mourning“
die Zusammenarbeit mit Thomas Rainer (L’Âme Immortelle), Hannes
Medwenitsch (Nature Destroyed), Torben Wendt (Diorama) und Per-Anders
Kurenbach (Psyche) zustande? Ihr habt ein beachtliches „Star“-Aufgebot
verpflichten können, was für junge Bands eher selten ist.
dAVOS: Da wir Thomas und Hannes schon seit den Anfängen
von L’Âme Immortelle kennen, fragten wir sie einfach. Torben
haben wir bei einem Konzert kennen gelernt und gefragt. Ich glaube, die
fühlten sich mit unseren Songs sehr wohl, da sie auch genügend
Spielraum schaffen. Aber gute Songs kann man auch schwer versauen. Wir
waren beim Debüt ebenfalls sehr zufrieden mit den Remixes und wichtig
war uns, dass wir die Künstler schätzten; auf keinen Fall wollten
wir Künstler aufgrund ihrer Reputation. Uns muss das ganze befriedigen.
re-flexion: Was würdet ihr auf der Welt verändern,
wenn ihr mit einem Zauberstab drei Dinge für immer verändern
könntet?
dAVOS: Ich glaube nicht, dass die Welt unbedingt besser
wäre, wenn wir sie verändern könnten. Für uns vielleicht,
aber für alle anderen?
re-flexion: Was wird in Zukunft mit dAVOS geschehen?
Habt ihr Zukunftspläne und Wünsche, die ihr in naher Zukunft
verwirklichen wollt?
dAVOS: Am Anfang stand unser Wunsch gute Songs zu schreiben
und zu veröffentlichen. Das haben wir erreicht. im Moment nehmen
wir gerade den Gesang für das erste Album auf. Mitte August geht
es dann einmal für zwei Wochen zu Per. Ich hoffe, dass wir das Album
bis Jahresende veröffentlichen können. Sehr gerne würden
wir davor noch eine 7inch machen. Vinyl spielt in meinem Leben eine große
Rolle. Das Album kommt auf alle Fälle auf Platte, wahrscheinlich
sogar mit einem Bonustrack.
re-flexion: Ich hoffe, dass ich nichts vergessen habe
und alle Leserinnen und Leser einen guten Einblick über dAVOS erhalten
haben. Falls ich etwas vergessen habe, bitte ergänzt mich.
dAVOS: Vielen Dank, das wünschen wir uns auch. Danke
auch für die Möglichkeit uns bei euch zu präsentieren ohne
dafür zu bezahlen. Wir sehen uns hoffentlich bei einem unserer Konzerte
im Winter.
re-flexion: Ich wünsche euch für die Zukunft
nur das Beste, und dass ihr noch viele solch schöne Musikstücke
schreibt und der Name dAVOS bald in aller Munde ist. Macht weiter so!
dAVOS
(Gregor Plum/ Sonic Seducer 05/05)
Den Namen dAVOS verbindet der deutschprachige
Mitteleuropäer gemeinhin mit der hochgelegenen Ferien- und Kongressstadt
in der Schweiz bzw mit dem dort beheimateten Eishockeyclub. Dass sich
ausgerechnet eine Eletro-Pop-Formation aus Österreich diesen Namen
zu Eigen gemacht hat, mag ebenso verwundern wie die Tatsache, dass aus
Wien neben L'Ame Immortelle noch andere hörenswerte elektronische
Musik stammt. Genau das aber beweisen dAVOS mit ihrer aktuellen Debüt-EP
namens "What I Prefer".
Ein erfolgreich geplanter Zufall war die Basis des heutigen
Lineups der drei Synthiepopper. Sänger Eric klärt auf: "Michael
und Gerd waren Anfang 2004 in einer Wiener Karaokebar auf der Suche nach
einem Sänger. Ich war zufällig auch dort, um den Song "Clocks"
von Coldplay zu interpretieren. Direkt nach meinem Auftritt sprachen mich
die beiden an, spielten mir noch vor Ort ihr Demomaterial vor und eine
Woche später haben wir in unserer ersten Session bereits vier Lieder
aufgenommen." Für die Findung eines passenden Bandnamens waren
weniger inhaltliche als vielmehr klangliche Aspekte ausschlaggebend. Da
er zudem prägnant und kurz sein sollte, fiel die Wahl auf dAVOS.
Den Stellenwert von dAVOS für Eric, Michael und
Gerd unterstreicht die Tatsache, dass man sich schon bald entschloss,
ausserhalb von Wien zusammenzuziehen und abzuschotten. Eric: "Radio
oder TV beispielsweise würden uns nur ablenken. Durch die Ruhe, die
wir hier geniessen, nimmt man die eigene Musik sehr viel intensiver wahr."
Ein recht gewagter Schritt, gerade wenn man bedenkt, dass die drei Mittzwanziger
in einem zukunftsrelevanten Lebensabschnitt stehen. "Stimmt",
nickt Eric nachdenklich. "Durch Trauerfälle in unsererm Bekanntenkreis
ist uns bewusst geworden, wie schnell alles vorbei sein kann. Deshalb
nehmen wir uns die Zeit."
"What I Prefer" heisst das erste Ergebnis dieser
Auszeit, das weniger durch Innovation als vielmehr durch drei melodische
Songs und fünf gelungene Remixe überzeugt. Vor allem die Freunde
der 80er dürften beim Hören der EP geschmeidige Ohren bekommen.
Dennoch möchte Eric von einer direkten Beeinflussung nichts wissen:
"Wir schätzen Bands wie Clock DVA, Ultravox oder The Cure, aber
beeinflusst haben sie uns nicht. Wir machen unsere Musik selbst."
Auf einer für Sommer diesen Jahres geplanten weiteren
EP soll die Zusammenarbeit mit Per Anders Kurenbach von Psyche, der auf
"What I Prefer" für zwei Remixe verantwortlich war, ausgedehnt
werden. Mit einem Album ist dann im Winter zu rechnen. Die Bitte nach
einem Ausblick auf das neue Material erfüllt Eric kurz und knapp:
"Neue CDs, neue Songs, gleich bleibende Qualität - das ist dAVOS".
dAVOS
– 15 Minutes Of Pop (Elmar Klemm/ Zillo Ausgabe 2005/04)
Österreich mausert sich immer mehr zur Hochburg
des Underground. Allen voran die Hauptstadt Wien. Zwar sind bisher überwiegend
gitarrenlastige Bands bis zu unseren Ohren durchgedrungen. Doch L’âme
Immortelle haben schliesslich die Elektronik hoffähig gemacht. Wie
es scheint, reift in der Alpenmetropole Kreativität anders als bei
uns. Viele Bands von der Donau besitzen einen gewissen nostaligschen Charme,
der sich deutlich vom allgegenwärtigen Trendeifer abgrenzt. Das gilt
auch für das junge Trio dAVOS.
Dabei liegt der Ort doch in der Schweiz und wird in der
Regel mit fortschrittlichen Wirtschaftsinitiativen assoziiert. Von Innovationen
sind die Synthiepopper dAVOS aber weit entfernt, sodass ihre erste EP
"What I Prefer" Programm zu sein scheint. Keyboarder Michael
bestätigt diese Vermutung: "Ja, irgendwie schon. Der Titel beruht
auf einem Insider-Witz. Ich habe mir früher mal die Promo von And
One’s 'Nordhausen' gekauft. Da hiess 'Sometimes' noch 'What I Prefer'.
Da aber offenbar viele Leute Probleme mit der Aussprache von 'Prefer'
hatten, wurde der Song umbenannt. Das fand ich lustig und habe damals
beschlossen, meine 1. Platte so zu nennen. Und es passt, denn wir sind
ja nicht wirklich modern. Unsere Musik klingt nach dem, was wir am liebsten
mögen."
Im wesentlichen handelt es ich dabei um drei Stücke,
die in verschiedenen Versionen die CD schmücken. "Ziemlich nostalgisch,
was?". Michael weiss, was ich meine. "Wir haben zwar nichts
gegen die moderne Elektronik, ganz im Gegenteil. Da gibt es viele grossartige
Sachen. Aber meine Wurzeln liegen eben in den manisch depressiven Emotionen
der 80er. Und genau die möchte ich in meiner Musik zum Ausdruck bringen.
Ausserdem sind Synthies mein Hobby. Ich sammle seit Jahren alte Geräte.
Mit den ganz digitalen Sachen, kann ich nicht so viel anfangen. Insofern
jammen wir ständig mit unseren Instrumenten. Zusammen mit Gerd experimentiere
ich dann ganz frei herum – und plötzlich ist ein Stück
fertig. Das dauert oft nur 5 Minuten. Wir arbeiten aber auch noch am Atari
ST, da sind die Grenzen quasi von selbst gesetzt."
Scheinbar geht es dem Trio auch nicht darum, innovative
Standards zu setzen. Bei den Remixen ist Michael da schon etwas aufgeschlossener:
"Obwohl ich gar kein besonderer Remix-Fan bin. Früher war das
mal anders. Nimm nur das beliebte Beispiel Depeche Mode. Seit 'Ultra'
ist da im Grunde nichts Brauchbares dabei gewesen. Wir haben unser Glück
mit Per Anders Kurenbach von Psyche versucht, der gleich zwei Stücke
bearbeitet hat. Ihn, wie auch die anderen Mixer, haben wir deshalb gewählt,
weil wir ihren Stil mögen, nicht weil sie vielleicht prominent sind.
Und ich muss gestehen, wirklich begeistert zu sein. Aus den Songs wurde
sehr viel Neues herausgeholt."
Beim ersten Hören fühlt man sich ein wenig
an die ganz frühen Arbeiten von De/Vision erinnert, die Michael auch
ohne Umschweife als grosse Inspirationsquelle zitiert. "dAVOS müssen
auch erst einmal richtig warm werden. Unseren Sänger Eric haben wir
vor einem Jahr kennen gelernt – in einer Karaoke Bar! Das stimmt
wirklich. Er hat Coldplay interpretiert, und wir waren von ihm so begeistert,
dass wir ihn gleich ins Studio geschleppt haben. Daraus wurde eine spontane
Session, die wir gar nicht mehr beenden wollten. Plötzlich waren
'These Days', 'Collite' und 'Private' – und damit die EP –
fertig. Diese Arbeitsweise fand ich grossartig. Wir haben einfach unseren
Ideen freien Lauf gelassen und verarbeitet, was uns gerade so in den Sinn
kam. Dass war ungeheuer intensiv und sehr inspirierend. Deshab würde
ich zu gern noch eine zweite EP machen, bevor wir im Herbst unser reguläres
Debüt Album veröffentlichen." Das wäre auf jeden Fall
eine ungewöhnliche Promotion. "Eben. Und diese Spontanarbeit
drückt auch genau das aus, was wir sind. Und für die Konsumenten
ist es doch auch von Vorteil. So können sie einfach reinschnuppern,
ob ihnen unsere Musik gefällt, ohne gleich die Investition für
eine Fulltime-CD tätigen zu müssen."
Alt- wie Neu-Synthiepopper: Beherzigt dieses Angebot.
Es lohnt sich!
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